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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,
die Arzneimittelsicherheit ist eines der höchsten Güter der (Tier-)Medizin. Ihre Gewährleistung hat oberste Priorität. Pharmakovigilanz bedeutet, Medikamente auch nach der Zulassung im Blick zu behalten. Zu diesem Zweck hat die TiHo gemeinsam mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ein Pharmakovigilanz-Zentrum ins Leben gerufen. Für hohe tiermedizinische Standards ein wichtiger Schritt. Dass Tiere für Tierärzte über weite Strecken der Mittelpunkt unseres Denkens, Fühlens und Handelns sind, das haben US-amerikanische Wissenschaftler einmal mehr unter Beweis gestellt. Sie wollten den Zusammenhang zwischen Hundeverhalten und Gesundheit ergründen und trugen dafür Daten von mehr als 47.000 Hunden aus vier Jahren zusammen. Was Sie herausfanden, lesen Sie in unseren Meldungen.
Bedeutende Erkenntnisse, die für das Streben nach mehr Tierwohl ebenfalls relevant sind, haben Forschende der Vetmeduni in Wien, Österreich, gewonnen. Sie konnten in einer Studie zeigen, dass die kuhgebundene Kälberaufzucht in der Praxis gut möglich ist. Sie verbessert insbesondere Verhalten und Lebensqualität der Tiere. Die Forschenden hoffen, dass die Ergebnisse der Untersuchung zu einem Umdenken in der Landwirtschaft beitragen und mehr Betriebe auf diese Haltungsform umstellen. Dies würde langfristig zu einer tiergerechteren Haltung führen.
Für mehr Schutz von Kindern vor Hundebissen macht sich unterdes Prof. Martin Lacher vom Universitätsklinikum Leipzig stark, der seit 15 Jahren als Kinderchirurg tätig ist. Seiner Aussage nach nehmen Hundebisse bei Kindern zu, insbesondere kleineren Kindern. Lacher plädiert für stärkere Schutzmaßnahmen, wie die Vermittlung von Regeln für Kinder im Umgang mit Hunden, sowie Schulungen für Besitzer von Hunden, die in einem familiären Kontext leben, mit dem Ziel, die „Hund-Kind-Kompetenz“ zu verbessern. Damit läuft er bei Tierärzten offene Türen ein, denn auch die Tierärzteschaft sieht diese Kompetenzen schwinden, da viele Halter den natürlichen Bezug zu Hunden, zur Natur generell, verloren haben. Kinder, die sichtbare Verletzungen im Gesicht tragen, sind ein Leben lang gezeichnet. Hunde, die ins Tierheim abgeschoben werden (oder schlimmer) ebenso. Zwar ist es Aufgabe der Eltern, den sicheren Umgang von Kind und Hund zu gewährleisten, aber wir sollten sie dabei unterstützen. Hilfreich könnte sein, gezielt spezielle Hundebesitzer anzusprechen, ob sie nicht an einem Training teilnehmen möchten, oder Broschüren in der Praxis auszulegen, die auf potenzielle Gefahren hinweisen. Auf dem DVG-Vet-Congress in Berlin wird die DVG-Fachgruppe Verhaltensmedizin & Bissprävention am 7. November mehrere Vorträge zum Thema Verhaltensmedizin anbieten. Beachten Sie hierzu bitte neben der Termin- auch unsere heutige Studienauswahl.
Eine gute Lektüre und schöne Herbsttage wünscht Ihnen
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