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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,
im Studium gewinnen angehende Veterinärmediziner die Erkenntnis, dass alles Leben sich in seinen Grundprinzipien ähnelt, sich jedoch im „Fine-Tuning“ massiv unterscheiden kann. Ob wir vergleichend auf die Entwicklung von Welpen und Kindern oder auf die anatomischen Gegebenheiten des Geburtsvorgangs bei Primaten und Menschen schauen, das Wunder des Lebens fasziniert in seinen zahlreichen Ausbildungen Wissenschaftler und Laien gleichermaßen. Und wenn wir dachten, wir wüssten schon eine ganze Menge, kommt von irgendwo ein Wissenschaftler her und erklärt uns das Huhn und das Ei von Neuem. Auch in der kommenden Woche werden wieder viele neue Studienergebnisse auf dem diesjährigen DVG-Vet-Congress in Berlin zusammengetragen werden. Unser Wissen erreicht damit Dimensionen, die einer Bündelung bedürfen, um noch „verdaubar“ zu sein. Dabei hilfreich sein kann die Künstliche Intelligenz (KI). Doch die KI kann noch viel mehr – wie auch der Titel der Festrede von Prof. Tim Landgraf auf der Eröffnungsfeier des DVG-Vet-Congresses andeutet: „Wie kann KI uns dabei helfen, Tiere besser zu verstehen und vielleicht sogar mit ihnen zu kommunizieren?“ Ein Beitrag im heutigen Newsletter, in dem Wissenschaftler versuchen, Elefantenlaute mithilfe der KI zu entschlüsseln, schließt an diese Fragestellung an.
Hyperadrenokortizismus ist eine seltene endokrine Erkrankung bei Meerschweinchen, die aufgrund ihrer subtilen klinischen Symptome und begrenzter Informationen in der veterinärmedizinischen Literatur unterdiagnostiziert oder falsch diagnostiziert werden kann. Das Ziel einer Studie bestand nun darin, die ultrasonographischen Dimensionen der Nebennieren bei als gesund eingestuften Meerschweinchen zu beschreiben. Die Studie enthält neben Messwerten auch Bildmaterial. Bei Hunden sind Studien zur Anwendung von Amiodaron oder Sotalol begrenzt. Daher zielte eine Studie italienischer Wissenschaftler darauf ab, Daten über die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Arzneimittel bei Tieren mit ventrikulärer und/oder supraventrikulärer Tachyarrhythmie zu liefern. Die Forschenden konnten zeigen, dass beide Wirkstoffe bei Hunden mit Tachyarrhythmien im Allgemeinen wirksam und sicher sind. Klinisch relevante behandlungsbedingte Nebenwirkungen waren sowohl bei Amiodaron als auch bei Sotalol selten (8,3 % bzw. 5 % der Fälle), während klinisch irrelevante Nebenwirkungen bei Amiodaron (29,2 %) häufiger auftraten als bei Sotalol (10 %). Die Links zu beiden Studien finden Sie unter der Rubrik „Unsere Auswahl“.
Informationen zu aktuellen Tierseuchen und Zoonosen lesen Sie bei den Kurznachrichten.
Eine spannende Lektüre und eine gute Anreise zum DVG-Vet-Congress wünscht Ihnen
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