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Liebe Leserinnen und Leser,
die Vogelgrippe breitet sich hierzulande aktuell rasant aus, und mit einem Rückgang der Zahlen betroffener Wildvögel und Geflügelbetriebe ist vorerst nicht zu rechnen. Dass die Kommunikation in Krisenzeiten herausfordernd sein kann, hat die COVID-19-Pandemie eindrücklich bewiesen. Damals wie heute stellt die Einschätzung der aktuellen Lage durch Experten eine wichtige Grundlage für die gegenwärtige und zukünftige Ausrichtung in Bezug auf ein Infektionsgeschehen dar. Eine solche lesen Sie in unserer ersten heutigen Meldung. Was das Infektionsrisiko für Haustiere betrifft, so hat Prof. Timm Harder vom Friedrich-Loeffler-Institut hierzu in einem Interview in der taz vom 27.10. 2025 klar postuliert: „Für Hunde ist das Risiko aus gleichen Gründen wie beim Menschen gering. Gefährlich ist das Virus jedoch für Katzen. Wenn sie infizierte Vögel fressen, infizieren sie sich schnell, erkranken schwer und sterben. Das wurde zuletzt in Polen deutlich. Dort ist infiziertes, rohes Geflügelfleisch auf den Tiernahrungsmarkt gekommen. 70 Katzen sind daran verendet.“ Keine einfache Sache, diese unschöne Wahrheit besorgten Tierbesitzern möglichst schonend beizubringen, mit Fokus darauf, dass die nächste Frage des Tierhalters in diesem Kontext die nach der Gefährdung der eigenen Gesundheit sein wird.
Die Veterinärämter sehen sich noch weit mehr Herausforderungen gegenüber wie etwa Probenahmen, zügiger labordiagnostischer Bearbeitung, Errichtung von Sperrzonen und Durchführung notwendiger Seuchenbekämpfungsmaßnahmen. Mit Hinblick darauf, erscheint es mehr als ratsam die veterinärmedizinischen Labore und Institutionen zu stärken und eine bessere Vernetzung zu humanmedizinischen Institutionen zu schaffen, um gewappnet zu sein für Szenarien wie das aktuelle, wie die Bundestierärztekammer nachdrücklich anmahnt. Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) ruft unterdes dazu auf, die Seuchenbekämpfungsstrategie zu überdenken und eine Impfung gegen die Vogelgrippe – zumindest als ergänzende Option zu anderen Biosicherheitsmaßnahmen zu ermöglichen. Als erstes Bundesland hat das Saarland am 29.10. die landesweite Stallpflicht verhängt, die ab dem heutigen Donnerstag gilt. Nur wenige Stunden später hat auch das Bundesland Hamburg eine flächendeckende Stallpflicht für Geflügel angeordnet, die am 31.10. in Kraft tritt. So der Stand am Mittwochnachmittag. Und die Dynamik des Infektionsgeschehens wird weitere Schritte erforderlich machen, so viel lässt sich bereits erahnen.
Eine andere, jedoch über Zecken übertragene Infektionskrankheit, die derzeit die Kleintierpraktiker beschäftigen könnte, ist je nach geografischer Lage, die canine Babesiose. Wo genau sie besonders häufig auftritt, lässt sich auf neu veröffentlichten ESCCAP-Karten erkennen. Doch Hunde können sich mittlerweile im gesamten Bundesgebiet anstecken, wie der Verein mitteilt, dessen neue Vorsitzende Prof. Christina Strube von der TiHo ist. Neben Apathie, Appetitlosigkeit und Fieber sollte insbesondere das Vorliegen einer Thrombozytopenie, die im Verlauf noch vor einer Anämie auftreten kann, den Verdacht auf die Erkrankung lenken. Mehr dazu und viele weitere spannende Nachrichten und Studien finden Sie in unserem heutigen Newsletter.
Ich hoffe, wir sehen uns nächste Woche in Berlin auf dem DVG-Vet-Congress!
Bis dahin eine gute Zeit,
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