Ausgabe 10/2026

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Dienstag, 03. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Myopie hat weltweit nahezu epidemische Ausmaße erreicht und die Tendenz nimmt laut aktuellen wissenschaftlichen Studien weiter zu. Bislang wurde vor allem die gestiegene Bildschirmzeit für die Zunahme der Kurzsichtigkeit verantwortlich gemacht. US-amerikanische Forschende kommen nun jedoch in einer aktuellen Studie zu einem anderen Schluss: Nicht die Bildschirmnutzung selbst, sondern die Sehgewohnheiten in Innenräumen könnten die Hauptursache darstellen. Sie vermuten, dass das lange Fokussieren auf nahe Objekte in lichtarmen Umgebungen die Entstehung der Myopie begünstigt. Das würde bedeuten, dass sich Kurzsichtigkeit möglicherweise kontrollieren ließe, indem das Auge unter begrenzter akkommodativer Pupillenverengung hellem Licht ausgesetzt wird. Diese Hypothese könnte neue Perspektiven für Prävention und Therapie der Myopie eröffnen.

Neues aus der Grundlagenforschung: Forschende der Johns Hopkins University, Baltimore, USA, haben bei Untersuchungen an Netzhautorganoiden entdeckt, dass sich das scharfe Sehvermögen bereits in einer frühen Phase der fetalen Entwicklung ausbildet. Bei der Beobachtung der im Labor gezüchteten Netzhäute konnten sie die zellulären Mechanismen identifizieren, die die Foveola formen. Dabei zeigte sich, dass die Verteilung der Zapfen in der Foveola das Ergebnis eines koordinierten Prozesses der Zellschicksalsspezifizierung und -umwandlung während der frühen Entwicklung ist. Dieses Verständnis, wie lichtempfindliche Zellen im Auge entstehen, könnte die Grundlagen der Augenforschung verändern. Zugleich könnte es neue Ansatzpunkte für die Behandlung von Makuladegeneration, Glaukom und weiteren altersbedingten Sehstörungen eröffnen.

Zu neuen Erkenntnissen einer weiteren altersbedingten Erscheinung – der Alzheimer-Krankheit: Forschende aus den USA haben Hinweise darauf gefunden, dass der äußere Bereich der Netzhaut zur Früherkennung für die Alzheimer-Erkrankung dienen könnte. Untersuchungen an Mausmodellen zeigten, dass Müller-Gliazellen bereits in den ersten Krankheitsstadien reagieren und deutliche zelluläre sowie strukturelle Veränderungen durchlaufen – noch bevor klassische Alzheimer-Symptome auftreten. Die Wissenschaftler beobachteten zudem, dass insbesondere Aquaporin-4 vermehrt in diesen frühen Phasen exprimiert wird. Diese erhöhte Aquaporin-4-Konzentration geht mit Veränderungen in der peripheren Netzhaut einher, die sich in einer Zunahme in Größe und Anzahl von Gliazellen widerspiegeln. Diese Erkenntnisse könnten die Möglichkeit eröffnen, Alzheimer künftig durch nicht invasive Augenuntersuchungen frühzeitig zu erkennen – noch bevor irreversible Hirnschäden entstehen – und so neue Ansätze für rechtzeitige Interventionen zu entwickeln.

Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.

Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen

   Ihr
   Dieter Kaulard
   und
   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
Myopie: Wie Naharbeit und schwaches Licht Kurzsichtigkeit fördern

Myopie: Wie Naharbeit und schwaches Licht Kurzsichtigkeit fördern

Eine US-amerikanische Studie liefert eine neue Erklärung dafür, warum Naharbeit und schlechte Lichtverhältnisse Kurzsichtigkeit begünstigen können.

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Schlüsselrolle der Augenärzte in der Krebstherapie

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), die monoklonale Antikörper mit zytotoxischen Wirkstoffen kombinieren, sind ein wichtiger Bestandteil der Präzisionsonkologie. ADCs können augenbezogene Nebenwirkungen (NW) hervorrufen. Augenärzte spielen daher eine Schlüsselrolle beim Nebenwirkungsmanagement des Patienten. NW-Früherkennung und Diagnostik erhöhen die Therapiesicherheit dieser Krebspatienten.

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Netzhautorganoide: Wie entwickeln Menschen ein scharfes Sehvermögen?

US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen dank des Zusammenspiels zwischen einem Vitamin-A-Derivat und Schilddrüsenhormonen in der Netzhaut bereits in der frühen Phase der fetalen Entwicklung ein scharfes Sehvermögen entwickeln. 

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EIYZEY®: Aflibercept-Biosimilar jetzt verfügbar

Mit EIYZEY® steht ab sofort das neue Aflibercept-Biosimilar von OmniVision in einer Fertigspritze und in einer Durchstechflasche mit vergleichbarer Wirksamkeit und Sicherheit zum Referenzprodukt Eylea®# zur Verfügung. Die Anwendung, Dosierung, Lagerung und Haltbarkeit entsprechen der etablierten Aflibercept 2 mg-Therapie und ermöglicht somit eine einfache Handhabung bei Umstellung im Praxisalltag [1].

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Alzheimer: Die Augen als Fenster zur Früherkennung

Alzheimer: Die Augen als Fenster zur Früherkennung

Der äußere Bereich der Netzhaut könnte laut einer US-amerikanischen Studie ein Fenster zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit bieten – lange bevor irreversible Hirnschäden auftreten.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Stabilität des Astigmatismus nach Lensektomie bei pädiatrischer Katarakt.
Am J Ophthalmol 17.02.2026

Obstruktive Schlafapnoe und Risiko für altersbedingte Makuladegeneration: Eine systematische Übersicht und Metaanalyse.
Am J Ophthalmol 13.02.2026

Vergleich von Hornhautlappen, die mit drei Femtosekundenlasern für die Laser-in-situ-Keratomileusis erzeugt wurden.
Eur J Ophthalmol 05.02.2026

Lesen Sie hier das aktuelle Editorial unseres Fachexperten (medical) Prof. Uwe Pleyer.

 
 

Augen- und Lungenschäden bei Frühgeborenen: Automatisierte Beatmung zeigt Nutzen

Lässt sich die Rate schwerer Augen- und Lungenschäden – bis zur Erblindung und zum Tod – bei der Atemunterstützung extrem früh Frühgeborener durch automatisierte Beatmungssysteme senken? Ja – aber nur, wenn man das richtige Gerät mit dem richtigen Algorithmus verwendet.

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Neue Hornhaut-Prothese erstmals in Schleswig-Holstein implantiert

Neue Hornhaut-Prothese erstmals in Schleswig-Holstein implantiert

In der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, ist erstmals eine neuartige künstliche Hornhaut-Prothese erfolgreich implantiert worden.

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KURZMELDUNGEN:

Die schwarz-rote Koalition hat sich auf Nachbesserungen an der Krankenhausreform verständigt. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) spricht von einem mehrheitsfähigen Kompromiss, der vor Ort umgesetzt werden könne. Auch aus der SPD kommt Zustimmung – nun könnte das parlamentarische Verfahren schon in dieser Woche abgeschlossen werden.
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Der von Bund und Ländern ausgehandelte Kompromiss zum Krankenhaus­reformanpassungsgesetz wird vom Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) kritisiert. Aus Sicht der VDU zeigt diese Einigung wenig Reformmut und schwächt die ursprüngliche Krankenhausreform.
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Immer mehr Ärzte kommen aus dem Ausland: Laut Statistischem Bundesamt hatten 2024 bereits 13 Prozent der Mediziner in Deutschland keine deutsche Staatsangehörigkeit. Diese Zuwanderung ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den wachsenden Fachkräfte­mangel. Gleichzeitig kritisieren Experten, dass die uneinheitlichen Regeln und teils jahrelange Anerkennungsverfahren dringend benötigte Ärztinnen und Ärzte ausbremsen.
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Bis zur Diagnose einer seltenen Netzhaut­erkrankung dauert es durchschnittlich zehn Jahre – das bedeutet eine lange Zeit der Ungewissheit. Deshalb hat der Selbsthilfe­verein Pro Retina Deutschland anlässlich des Tages der seltenen Erkrankungen am 28. Februar gefordert, alle Optionen auszuschöpfen, um die Belastungen für Betroffene schneller zu lindern.
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TERMINE:

EUGOGO - Teaching Course
07.03.–08.03.2026
Essen

AAD-Kongress
11.03.–14.03.2026
Düsseldorf

Winterthur Ophthalmology Symposium
12.03.–13.03.2026
Winterthur (Schweiz)

Greifswalder Angiographie-, Laser- und IVOM-Kurs
18.03.–20.03.2026
Greifswald

10th San Raffaele OCT & Retina Forum
19.03.–20.03.2026
Mailand (Italien)

 
 

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