Ausgabe 19/2026

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Dienstag, 05. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

immer wieder stößt man auf Studien, die nahelegen, dass sich die Aussage „Die Augen sind ein Fenster zur Seele“ bewahrheitet. Eine aktuelle Arbeit aus Japan zeigt, dass ein Modell auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) anhand eines einzigen Netzhautfotos nicht nur das biologische Alter der Netzhaut, sondern auch das Risiko für schwere Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlaganfall einschätzen kann. Die Forschenden analysierten die Differenz zwischen dem von der KI prognostizierten Netzhautalter und dem tatsächlichen chronologischen Alter – die „Retinal-Age-Gap“. Dabei zeigte sich, dass diese Abweichung bei Personen mit Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden oder einer Schlaganfallvorgeschichte stärker ausgeprägt ist. Dies deutet darauf hin, dass die Netzhaut bei diesen Personen tendenziell älter erscheint, als es ihrem tatsächlichen Alter entspricht. Künftig könnte ein solches KI-Modell als Screening-Instrument eingesetzt werden, um Patienten mit einem erhöhten Krankheitsrisiko frühzeitig zu identifizieren.

Es gibt gute Nachrichten aus der Praxis zur Gentherapie bei Leber’scher kongenitaler Amaurose (LCA). An der Augenklinik des LMU Klinikums München wurde erstmals auch ein sehr junger Patient im Alter von 13 Monaten mit einer speziellen LCA2-Form der Erkrankung erfolgreich gentherapeutisch behandelt. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen, und bereits drei Wochen später zeigte der Junge eine deutliche Verbesserung seines Sehvermögens. Das Team der Augenklinik blickt mittlerweile auf sieben Jahre Erfahrung mit der Gentherapie bei LCA zurück und zieht eine durchweg positive Bilanz.

Auch aus der Grundlagenforschung gibt es interessante Neuigkeiten: US-amerikanische Forschende haben untersucht, wie transplantierte Netzhautganglienzellen bei Menschen mit zu Erblindung führenden Optikusneuropathien überleben und wachsen können. Eine weitere Studie aus den USA hat gezeigt, dass Rhesusaffen als Modellorganismus für die autosomal-dominante Optikusatrophie dienen könnten.

Lesen Sie hierzu und zu anderen Themen mehr in unserem heutigen Newsletter.

   Ihr
   Dieter Kaulard
   und
   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
Fundusfotografie: KI-Modell schätzt Netzhautalter und Erkrankungsrisiko

Fundusfotografie: KI-Modell schätzt Netzhautalter und Erkrankungsrisiko

Eine japanische Studie hat gezeigt, dass eine Fundusaufnahme auch potenzielle Risiken für schwere Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Schlaganfall aufzeigen kann.

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Schlüsselrolle der Augenärzte in der Krebstherapie

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), die monoklonale Antikörper mit zytotoxischen Wirkstoffen kombinieren, sind ein wichtiger Bestandteil der Präzisionsonkologie. ADCs können augenbezogene Nebenwirkungen (NW) hervorrufen. Augenärzte spielen daher eine Schlüsselrolle beim Nebenwirkungsmanagement des Patienten. NW-Früherkennung und Diagnostik erhöhen die Therapiesicherheit dieser Krebspatienten.

Pflichtangaben

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Leber'sche Kongenitale Amaurose: Schon Kleinkinder profitieren von der Gentherapie

An der Augenklinik des LMU Klinikums München wurde erstmals ein 13 Monate alter Junge erfolgreich mit einer Gentherapie gegen Leber’sche Kongenitale Amaurose (LCA) behandelt.

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Optikusneuropathien: Ansatz zur Wiederherstellung des Sehvermögens gezeigt

Optikusneuropathien: Ansatz zur Wiederherstellung des Sehvermögens gezeigt

Forschende der Johns Hopkins Medicine, USA, zeigen, dass die gezielte Störung der inneren Begrenzungsmembran im Auge das Sehvermögen bei Sehnervschäden möglicherweise wiederherstellen kann.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Glucagon-Like Peptide-1 Rezeptoragonisten und das Risiko systemischer und okulärer vaskulärer Komplikationen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und diabetischer Retinopathie.
Am J Ophthalmol 21.04.2026

Stellt eine Kataraktoperation einen Risikofaktor für das erstmalige Auftreten einer Schilddrüsenaugenkrankheit dar?
Ophthalmic Plast Reconstr Surg 23.04.2026

Zweijährige Wirksamkeit und Sicherheit von Bleb-Bildungsgeräten bei unkontrolliertem Glaukom.
Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 20.04.2026

Lesen Sie hier das aktuelle Editorial unseres Fachexperten (medical) Prof. Uwe Pleyer

 
 

ADOA: Erforschung genetischer Ursachen für Erblindung bei Menschen und Makaken

Forschende aus den USA haben bei Rhesusaffen eine erbliche Form der Erblindung entdeckt. Diese ähnelt stark einer häufigen genetisch bedingten Erkrankung des Sehnervs beim Menschen.

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Resilienz: Gehirn passt sich aktiv an

Resilienz: Gehirn passt sich aktiv an

Nach einem belastenden Ereignis entwickeln einige Menschen eine stressbedingte Störung, andere hingegen nicht. Eine neue Studie zeigt, dass Resilienz kein starrer Grundzustand ist, sondern aktiven Veränderungen im Gehirn unterliegt. Sie legt nahe, dass Resilienz mit einer verbesserten Verarbeitung visueller Informationen einhergeht.

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KURZMELDUNGEN:

Das milliardenschwere Sparpaket der Bundesregierung zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenkassen wurde nun vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht. Doch die Maßnahmen stoßen weiterhin auf massive Kritik aus Medizin, Politik und Verbänden.
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Das geplante Beitragssatzstabilisierungs­ gesetz für die Gesetzlichen Krankenkassen sieht milliardenschwere Honorarkürzungen für Arztpraxen vor. Das bedeutet spürbare Einkommensverluste von bis zu 68.000 Euro pro Arzt je nach Fachrichtung.
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ChatGPT-Modelle sind für eine digitale Ersteinschätzung und eigenständige Patientensteuerung derzeit nur eingeschränkt geeignet. Das hat eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin ergeben.
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Der Bundesverband Medizintechnologie hat auf seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Mark Jalaß wurde als Vorstandsvorsitzender in seinem Amt bestätigt.
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TERMINE:

Imaging biomarkers in DME and RVO
13. Mai 2026
Online

Surgical Retina Online Course
19. Mai 2026
Online

Histologie des Auges – Ophthalmopathologie
19. Mai 2026
Online

SOD – Expert Debate
20. Mai 2026
Sulzbach/Saar

6. Deutsch-Vietnamesisches Symposium
21.–23. Mai 2026
Homburg

SightCity
27.–29. Mai 2026
Frankfurt am Main

 
 

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