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Liebe Leserinnen und Leser,
medizinische Leitlinien sind enorm wichtig und helfen dabei, eine angemessene, evidenzbasierte und qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten. Aber genau solch eine Handlungsempfehlung fehlte bislang für die pilzbedingte Endophthalmitis. Nun haben sich 24 Experten aus zwölf Ländern zu einem Forschungskonsortium zusammengeschlossen und Leitlinien für die durch Pilze hervorgerufene Endophthalmitis für die Bereiche Krankheitsentität, klinische Diagnose, Pathobiologie, Behandlung und zukünftige Entwicklung erstellt. Die umfassende Sammlung dieser 20 Konsenserklärungen wurde im Fachjournal „Eye and Vision“ veröffentlicht.
Ein Blick in die Genetik: Um vererbte Netzhauterkrankungen wie etwa die Leber’sche kongenitale Amaurose (LCA) eindeutig diagnostizieren und vielleicht sogar gezielte Therapien entwickeln zu können, haben australische Wissenschaftler eine neue retinale Organoid-Testplattform eingerichtet. Anhand dieser erhoffen sich die Forscher, neue Varianten unklarer Bedeutung in RPGRIP1 und anderen LCA-Genen von LCA-Patienten mittels retinaler Organoide klassifizieren zu können. Diese Organoide sollen aus unreifen Stammzellen gezüchtet werden. Eine solche Einordnung könnte nicht nur bei der Diagnosestellung unterstützen, sondern auch als Grundlage für Entscheidungen sowie die genetische Beratung von Risikogruppen dienen.
Hier noch etwas Interessantes aus der Grundlagenforschung zur Augenentwicklung: Ein internationales Team aus österreichischen und deutschen Forschern hat beim Borstenwurm Platynereis dumerilii entdeckt, dass die Augen des Wurmes eine Zone am Rand der Netzhaut besitzen, die dicht mit neuralen Stammzellen besetzt ist. Diese können sich während des Wachstums des erwachsenen Auges aktiv teilen. Damit sind die Augen dieser Borstenwürmer in der Lage, neue Photorezeptorzellen hinzuzufügen und ihre Größe zu erweitern. Zudem haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass die visuellen Systeme der Wurmaugen nicht nur Licht wahrnehmen, sondern dass ihre Entwicklung auch durch Licht reguliert werden kann. Diese Erkenntnisse liefern den Forschern zufolge einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Wachstums und der Regeneration sowie der universellen Prinzipien hinter der Organisation der Augen von Wirbellosen und Wirbeltieren.
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