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Liebe Leserinnen und Leser,
zur Linderung von Augenbeschwerden wie etwa Trockenheit oder bei leichten Reizungen beziehungsweise Verletzungen der Augenoberfläche werden häufig Augensalben auf Basis von Petrolatum eingesetzt. Diese Präparate dienen dem Schutz der okulären Oberfläche, der Aufrechterhaltung der Hydratation sowie der Unterstützung physiologischer Heilungsprozesse. Bei Glaukompatienten mit MicroShunt kann der Einsatz petrolatumhaltiger Augensalben jedoch zu schwerwiegenden implantatassoziierten Komplikationen führen, die unter Umständen sogar eine Explantation erforderlich machen. Das beim MicroShunt verwendete Material zeigt bei direktem Kontakt mit Petrolatum eine ausgeprägte Materialempfindlichkeit, die sich in strukturellen Veränderungen wie Quellung bis hin zu Rissbildungen äußern kann. Eine japanische Studie konnte diesen Zusammenhang sowohl klinisch als auch in vitro nachweisen. Vor diesem Hintergrund raten die Autoren ausdrücklich von der Anwendung petrolatumhaltiger Augensalben bei Patienten mit MicroShunt-Implantat ab.
Britische Forscher haben eine neue Behandlungsoption für eine seltene und bislang nicht heilbare Erkrankung, die okuläre Hypotonie, entwickelt. Im Rahmen einer klinischen Untersuchung konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Hydroxypropylmethylcellulose, ein in der Augenchirurgie routinemäßig eingesetztes Viskoelastikum, sicher und effektiv angewendet werden kann. Die Autoren berichten, dass das kostengünstige Gel das intraokulare Volumen hypotoner Augen zuverlässig stabilisiert und darüber hinaus zu einer klinisch relevanten Verbesserung der Sehfunktion führt. Diese Ergebnisse könnten betroffenen Patienten neue Perspektiven auf eine sichere und wirksame Therapieoption eröffnen.
Ein Blick in die Grundlagenforschung: Einem Bonner Forschungsteam ist es gelungen, retinale Organoide mit endothelialen Zellen zu kombinieren und damit vaskularisierte Netzhautorganoide zu erzeugen. Diese zeigen den Wissenschaftlern zufolge nicht nur eine verbesserte Funktion der Sehnervenzellen, sondern ermöglichen auch die Ausbildung intakter Lichtsignalwege von den Photorezeptoren bis zu den retinalen Ganglienzellen. Damit könnten diese menschlichen Netzhautmodelle neue Perspektiven für die Erforschung retinaler Erkrankungen, die präklinische Testung pharmakologischer Wirkstoffe sowie die Entwicklung zukünftiger therapeutischer Ansätze bieten.
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