51.1/2024

Klicken Sie hier, um diesen Newsletter online anzusehen!

newsletter-logo-derma-kom
 
 

Wie würden Sie behandeln?
Eingeschränkte Arbeitsfähigkeit durch atopisches Handekzem

Eine Dermatitis, die an den Händen und Füßen auftritt, kann auf eine allergische oder reizende Kontaktdermatitis oder auf eine atopische Dermatitis (AD) zurückgeführt werden.1 Zu den häufigen Symptomen gehören Erythema, Fissuren, Ödeme, Blutungen, Trockenheit und Schuppung.2
Das atopische Hand- und Fußekzem geht mit einer multidimensionalen Krankheitslast einher. Durch die Erkrankung kann unter anderem auch die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werden, wie der Fall eines 40-jährigen Patienten zeigt. Sein atopisches Handekzem beeinträchtigte den Tischler stark in seinem Berufsalltag und führte zu vermehrten Fehltagen. Zusätzlich liegen bei ihm eine allergische Rhinosinusitis und arterielle Hypertonie vor.


Abbildung 1: Handrücken (1a) und Beugeseiten der Handgelenke (2b) vor Therapiebeginn

Von Erstvorstellung bis Therapieerfolg: Erfahrungen aus der Praxis
Die ersten Symptome der AD zeigten sich bei dem heute 40-jährigen Patienten nach dem Abschluss seiner Ausbildung zum Tischler im Jahr 2001. Fortan traten die Läsionen hauptsächlich an den Händen auf. Diese werden durch seinen Beruf besonders beansprucht. Als er sich 2013 erstmals bei seiner Dermatologin vorstellte, litt er an schweren Exazerbationen an den Händen, Handgelenken und am Fußrücken. In den darauffolgenden Jahren konnten die Ekzeme trotz verschiedener Therapiemaßnahmen – wie topischen Therapien, Lichttherapien, Cetiricin oder Reha-Aufenthalten – nicht ausreichend eingedämmt werden. Die Arbeitsfähigkeit des Patienten war weiterhin beeinträchtigt: Über vier Jahre hinweg war er an 190 Tagen aufgrund seiner AD arbeitsunfähig. Die starke Belastung durch die Ekzeme spiegelte sich auch in einem SCORAD-Wert von 85 wider, der knapp unter der Maximalausprägung der Skala liegt. Auch der Schlaf des Patienten war vom Pruritus beeinträchtigt.


Für welche nächste Therapieoption hätten Sie sich entschieden?


Da der Patient die Eignungskriterien für eine Systemtherapie erfüllte – unter anderem einen SCORAD-Wert von > 40 – wurde bei ihm die Therapie mit Dupilumab (Dupixent®) gestartet. Die Checkliste zur Indikationsstellung zur Systemtherapie der AD bei Erwachsenen finden Sie hier.

Nach Therapiebeginn im Sommer 2019 konnte bereits nach einem Monat ein deutlicher Rückgang der Ekzeme festgestellt werden. Ebenso ging der Pruritus zurück – der SCORAD lag bei knapp 49. Auch die Schlafqualität des Patienten verbesserte sich rasch, Die Beeinträchtigungen im Berufsalltag des Tischlers reduzierten sich stetig. Nach über vier Jahren kontinuierlicher Therapie mit Dupilumab ist die AD des heute 40-Jährigen nach wie vor unter Kontrolle, sodass er seinem Beruf ohne Einschränkungen nachgehen kann. Das bestätigt auch der stabile DLQI-Wert von 1 seit Mai 2023, der den geringen Einfluss der AD auf die Lebensqualität des Patienten beschreibt.


Abbildung 2: Handrücken (2a) und Beugeseiten der Handgelenke (2b) unter Therapie mit Dupilumab in 05/2023

Zielgerichtete Therapie durch Rezeptorblockade
Liegt einem mittelschweren bis schweren Hand- und Fußekzem eine AD zugrunde, kann selbst bei flächenmäßig geringem Hautbefall von sensitiven/sichtbaren Arealen wie den Händen und Füßen eine Systemtherapie für die Patient*innen infrage kommen.3 Dupilumab ist zugelassen zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer AD bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren sowie bei Kindern ab 6 Monaten bis 11 Jahren mit schwerer AD, die für eine Systemtherapie in Betracht kommen.4,#
Die Wirkung des monoklonalen Antikörpers beruht auf der dualen Rezeptorblockade der IL-4-Rezeptor-α-Untereinheit und der damit verbundenen Hemmung der Signalwege der Interleukine IL-4 und IL-13.5 Damit setzt Dupilumab an der der AD zugrundeliegenden Typ-2-Inflammation an. Die umfassende Studienlage zeigt außerdem ein anhaltendes Ansprechen mit signifikanter Verbesserung von Hautläsionen, Pruritus und Lebensqualität.6-9 Die Wirksamkeit des Biologikums bei einem atopischen Hand- und Fußekzem unterstreichen Daten der doppelblinden Phase-III-Studie LIBERTY-AD-HAFT, an der 133 Patient*innen ab zwölf Jahren mit einem mittelschweren bis schweren atopischen Hand- oder Fußekzem teilnahmen: insgesamt ging in der Gruppe der Patient*innen, die Dupilumab erhalten hatten (300 mg q2w bei Erwachsenen, 200 oder 300 mg q2w bei Jugendlichen, abhängig vom Körpergewicht), der Schweregrad des Handekzems (Hand Eczema Severity Index) um durchschnittlich 74,8 % zurück, unter Placebo waren es im Vergleich 39,9 % (p<0,0001).10
Darüber hinaus weist Dupilumab ein etabliertes Langzeit-Sicherheitsprofil auf.11

Schlafstörungen durch atopische Dermatitis, atopische Dermatitis bei Kindern, Prurigo nodularis: Sie interessieren sich für weitere Praxisfälle der Dupilumab-Therapie? Weitere Fälle finden Sie hier:

 

# In der EU ist Dupilumab zugelassen4

  • zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer AD bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren und bei Kindern ab 6 Monaten mit schwerer AD, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen,
  • als Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, gekennzeichnet durch eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen im Blut und/oder einer erhöhten exhalierten Stickstoffmonoxid-Fraktion (FeNO), das trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide (ICS) plus einem weiteren zur Erhaltungstherapie angewendeten Arzneimittel unzureichend kontrolliert ist, sowie Add-on-Erhaltungstherapie bei Kindern von 6 bis 11 Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, gekennzeichnet durch eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen im Blut und/oder eine erhöhte exhalierte Stickstoffmonoxid-Fraktion (FeNO), das trotz mittel- bis hochdosierter ICS plus einem weiteren zur Erhaltungstherapie angewendeten Arzneimittel unzureichend kontrolliert ist.
  • Außerdem als Add-on-Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann,
  • zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Prurigo nodularis (PN) bei Erwachsenen, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen,
  • zur Behandlung der eosinophilen Ösophagitis (EoE) bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr mit einem Körpergewicht von mindestens 15 kg, die mit einer konventionellen medikamentösen Therapie unzureichend therapiert sind, diese nicht vertragen oder für die eine solche Therapie nicht in Betracht kommt, und
  • als Add-on-Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patient*innen mit durch eine erhöhte Anzahl an Eosinophilen im Blut gekennzeichneter chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die trotz einer Kombinationstherapie aus einem inhalativen Kortikosteroid (ICS), einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muskarinantagonisten (LAMA) oder, falls ICS nicht angebracht ist, einer Kombinationstherapie aus LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist.

Pflichttext Dupixent®

Referenzen
1 Bauer A et al. S2k-Leitlinie Diagnostik, Prävention und Therapie des Handekzems, 2023, AWMF-Register-Nr. 013-053, verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-053 (letzter Zugriff: November 2024)
2 Lee HJ et al. Pediatr Dermatol 2001; 18: 102–106
3 Werfel T et al. S3-Leitlinie, Atopische Dermatitis, 2023, AWMF-Registernummer: 013-027, verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027, (letzter Zugriff: November 2024)
4 DUPIXENT® Fachinformation 200 mg / 300 mg, Stand November 2024
5 Gandhi NA et al. Nat Rev Drug Disc 2016; 15: 35-50
6 Blauvelt A et al. Lancet 2017; 389(10086): 2287-2303
7 Simpson EL et al. JAMA Dermatol 2020; 156(1): 44-56
8 Paller AS et al. Am J Clin Dermatol 2020; 83(5): 1282-1293
9 Paller AS et al. Lancet 2022; 400(10356): 908-919
10 Simpson EL et al. J Am Acad Dermatol 2024; 90(6): 1190-1199
11 Beck L et al. JAMA Dermatol. 2024;160(8): 805-812

Mit freundlicher Unterstützung von Sanofi und Regeneron
MAT-DE-2403330-1.0-11/2024