47.1/2024

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Wie würden Sie behandeln?
Schwere atopische Dermatitis im Kindesalter

Die atopische Dermatitis (AD) ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter – etwa 12,4 bis 13,6 % der Kinder zwischen 3 und 10 Jahren in Deutschland sind betroffen.1 Die Ekzeme können altersabhängig an verschiedenen Körperstellen auftreten. Bei einer schwer ausgeprägten AD sind durchschnittlich fast 60 % der Körperoberfläche betroffen.2 Für erkrankte Kinder, aber auch ihre Familien stellt die Hauterkrankung eine starke Belastung dar. Schlafmangel, Schulfehltage und das Vermeiden alltäglicher Aktivitäten gehören zu den häufigsten Folgen.3-5 So auch bei dem 8-jährigen Patienten, dessen Lebensqualität durch die AD stark beeinträchtigt war. Neben der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung liegen bei ihm mehrere Komorbiditäten vor, zu denen Asthma bronchiale und Nahrungsmittelallergien gehören.


Abbildung 1: Armbeuge (1a) und Oberseite Unterarm (1b) vor Therapiebeginn

Von Erstvorstellung bis Therapieerfolg: Erfahrungen aus der Praxis

Bei dem heute 8-Jährigen wurde bereits im Säuglingsalter eine AD diagnostiziert. Im Krankheitsverlauf kamen Komorbiditäten wie Asthma und Nahrungsmittelallergien hinzu. Als seine Eltern den Jungen erstmals bei seiner behandelnden Dermatologin vorstellten, beeinträchtigten die massiven Hautläsionen und der starke Pruritus seinen Schlaf, seine Konzentrationsfähigkeit und die allgemeine Lebensqualität erheblich. Dies spiegelte sich in einem DLQI-Wert von 16 wider. Auch der SCORAD-Wert von 68 Punkten bestätigte bei dem Jungen die starke Belastung durch die Ekzeme. Die schwer ausgeprägte AD konnte mit topischen Therapien wie topischen Glukokortikosteroiden und Calcineurininhibitoren und intensiver Basispflege nicht ausreichend kontrolliert werden.


Für welche nächste Therapieoption hätten Sie sich entschieden?


Da der 8-Jährige die Eignungskriterien für eine Systemtherapie erfüllte – unter anderem mit einem SCORAD-Wert von > 50 und DLQI von > 10 – wurde bei ihm die Therapie mit Dupilumab (Dupixent®) leitliniengerecht begonnen. Die Checkliste zur Indikationsstellung zur Systemtherapie der AD bei Kindern finden Sie hier.
Nach Therapiebeginn im Juni 2022 zeigte sich bereits nach zwei Wochen ein deutlicher Rückgang der Ekzeme. Damit ging die Reduktion des Pruritus einher. Dies zeigte sich auch durch den SCORAD-Wert von 32 an Tag 15 nach der ersten Injektion des Biologikums. Zusätzlich wurde die bisherige Lokaltherapie wie auch die Basispflege – jedoch mit reduziertem Anwendungsbedarf – fortgeführt. Nach einem Monat war der Pruritus so weit zurückgegangen, dass der Patient ein besseres Schlafverhalten und eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit aufwies. Nach drei Monaten waren bei dem Jungen kaum noch sichtbare Hautläsionen feststellbar, auch der SCORAD war bereits auf einen Wert von 14 zurückgegangen. Nach weniger als einem Jahr Therapie mit Dupilumab erfuhr der Patient kaum mehr eine Einschränkung seiner Lebensqualität – das bestätigte auch der DLQI-Wert von 3. Während des gesamten Therapieverlaufs war die Verträglichkeit gut, Nebenwirkungen traten nicht auf.


Abbildung 2: Armbeuge (2a) und Oberseite Unterarm (2b) 6 Monate nach Therapiebeginn mit Dupilumab

Zielgerichtete Therapie durch Rezeptorblockade

Die AD tritt bei rund 90 % der erkrankten Kinder vor dem 5. Lebensjahr auf.6 Mit Dupilumab steht auch für die jüngsten Patient*innen ab 6 Monaten eine langfristige Therapie zur Verfügung.7 Dupilumab ist zugelassen zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer AD bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren sowie bei Kindern ab 6 Monaten bis 11 Jahren mit schwerer AD, die für eine Systemtherapie in Betracht kommen.7,#
Die Wirkung des monoklonalen Antikörpers beruht auf der dualen Rezeptorblockade der IL-4-Rezeptor-α-Untereinheit und der damit verbundenen Hemmung der Signalwege der Interleukine IL-4 und IL-13.8 Damit setzt Dupilumab an der der AD zugrundeliegenden Typ-2-Inflammation an. Die umfassende Studienlage zeigt außerdem ein anhaltendes Ansprechen mit signifikanter Verbesserung von Hautläsionen, Pruritus und Lebensqualität.9-12 Darüber hinaus weist Dupilumab ein etabliertes Langzeitsicherheitsprofil auf.13

Atopisches Hand- und Fußekzem, Schlafstörungen durch AD, Prurigo nodularis: Sie interessieren sich für weitere Praxisfälle der Dupilumab-Therapie? Sie finden weitere Fälle hier:


# In der EU ist Dupilumab zugelassen7

  • zur Behandlung der Eosinophilen Ösophagitis (EoE) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40kg, die mit einer konventionellen medikamentösen Therapie unzureichend therapiert sind, diese nicht vertragen oder für die eine solche Therapienicht in Betracht kommt, sowie
  • als Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, gekennzeichnet durch eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen im Blut und/oder einer erhöhten exhalierten Stickstoffmonoxid-Fraktion (FeNO), das trotz hochdosierter inhalativer Kortikosteroide (ICS) plus einem weiteren zur Erhaltungstherapie angewendeten Arzneimittel unzureichend kontrolliert ist, sowie Add-on-Erhaltungstherapie bei Kindern von 6 bis 11 Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, gekennzeichnet durch eine erhöhte Anzahl der Eosinophilen im Blut und/oder eine erhöhte exhalierte Stickstoffmonoxid-Fraktion (FeNO), das trotz mittel- bis hochdosierter ICS plus einem weiteren zur Erhaltungstherapie angewendeten Arzneimittel unzureichend kontrolliert ist.
  • Außerdem als Add-on-Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann,
  • zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Prurigo nodularis (PN) bei Erwachsenen, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen,
  • zur Behandlung der Eosinophilen Ösophagitis (EoE) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40kg, die mit einer konventionellen medikamentösen Therapie unzureichend therapiert sind, diese nicht vertragen oder für die eine solche Therapienicht in Betracht kommt, sowie
  • als Add-on-Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patient*innen mit durch eine erhöhte Anzahl an Eosinophilen im Blut gekennzeichneter chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die trotz einer Kombinationstherapie aus einem inhalativen Kortikosteroid (ICS), einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und einem langwirksamen Muskarinantagonisten (LAMA) oder, falls ICS nicht angebracht ist, einer Kombinationstherapie aus LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist.

Pflichttext Dupixent®

Referenzen
1 Thamm R et al. Journal of Health Monitoring 2018; 3(3): 03-18
2 Paller AS et al. J Am Acad Dermatol 2020; 83 (5): 1282-1293
3 Zuberbier T. et al. J Allergy Clin Immunol 2006; 118: 226-232
4 Eczema Society of Canada, “Atopic dermatitis quality of life report. Moderate-to-severe disease. 2016/2017 survey results,” https://altogethereczema.org/images/files/ESC_QUALITY_OF_LIFE_REPORT_2017.pdf, (letzter Zugriff September 2024)
5 Brenninkmeijer EE et al. Pediatr Dermatol 2009; 26: 14-22
6 Lyons et al. Immunol Allergy Clin North Am. 2015; 35(1): 161–83
7 DUPIXENT® Fachinformation 200 mg / 300 mg, Stand Juni 2024
8 Gandhi NA et al. Nat Rev Drug Disc 2016; 15: 35-50
9 Blauvelt A et al. Lancet 2017; 389(10086): 2287-2303
10 Simpson EL et al. JAMA Dermatol 2020; 156(1): 44-56
11 Paller AS et al. Am J Clin Dermatol 2020; 83(5): 1282-1293
12 Paller AS et al. Adv Ther 2024: 41: 1046-1061
13 Beck L et al. JAMA Dermatol. 2024;160(8): 805-812

Mit freundlicher Unterstützung von Sanofi und Regeneron
MAT-DE-2403329-1.0-11/2024