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Liebe Leserin, lieber Leser,
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das Gefühl, den eigenen Glukosewert und dessen Schwankungen nicht kontrollieren zu können, zählt zu den wesentlichen Ursachen für Diabetes-Distress.1 Prof. Dr. Bernhard Kulzer erläutert im Interview, wie psychologische Faktoren das Diabetesmanagement beeinflussen – und welchen Beitrag moderne Technologien wie KI-gestützte Prädiktionen zu einer besseren Versorgung leisten können.
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Wie wichtig sind psychologische Aspekte bei Diabetes?
Psychologische Faktoren spielen eine zentrale Rolle im Diabetesmanagement und für den Therapieerfolg. So kann sich der HbA1c-Wert um fast 0,4 Prozentpunkte reduzieren, wenn die Betroffenen ein gestärktes Selbstwirksamkeitsgefühl entwickeln.2 Diabetes ist eine 24/7-Aufgabe, die viel Disziplin und Kraft erfordert. Es ist kein Zufall, dass die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes im Schnitt deutlich reduziert ist: Viele haben Diabetes-Distress, der wiederum häufig in psychischen Störungen mündet.
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Was genau überfordert die Menschen?
Drei Faktoren belasten die Betroffenen besonders stark. Erstens: die Angst vor Folgeerkrankungen. Diese Bedrohung ist sehr präsent – und erzeugt Stress. Zweitens: die ständigen Schwankungen des Glukosespiegels. Dadurch entsteht das Gefühl, den eigenen Stoffwechsel nicht mehr im Griff zu haben. Der Verlust an Kontrolle verunsichert und wirkt psychisch belastend. Drittens: die Angst vor Hypoglykämien – vor allem in der Nacht werden diese als besonders bedrohlich empfunden.
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Wie schätzen Sie den Nutzen von CGM für die Psyche ein?
CGM-Systeme sind moderne Therapieformen, die helfen können, Diabetes-Distress zu reduzieren.3 Patient:innen können den Glukoseverlauf retrospektiv betrachten und erkennen, wie sich u.a. Ernährung, Bewegung oder Insulin auf den Glukosespiegel auswirken. Das hilft ihnen, ihren Diabetes und die Therapie zu verstehen und zu optimieren. Alarme können darin unterstützen, Glukoseschwankungen besser in den Griff zu bekommen. Doch diese Funktionen haben Grenzen.
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Welche Grenzen sind das?
Die Alarmfunktionen geben bislang größtenteils eine aktuelle Bedrohungssituation wieder, warnen vor einem aktuell zu tiefen oder zu hohen Glukosewert. Das ist gut, ist aber nur die zweitbeste Lösung. Besser wäre, den Patient:innen zu sagen: Du bist in einer Situation, die dazu führt, dass in der nächsten Zeit eine Unterzuckerung oder Überzuckerung auftreten könnte. Dann können sie frühzeitig reagieren.
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Wie genau kann das gelingen?
Das lässt sich gut am Beispiel von Accu-Chek SmartGuide erklären. Die CGM-Lösung beruht auf Algorithmen, die an Tausenden von Studiendaten trainiert wurden. Statt einer hochgerechneten Momentaufnahme erhalten die Nutzer:innen eine kontextbezogene Einschätzung. Die Lösung analysiert nicht nur die aktuellen Glukosewerte, sondern bezieht vorhandene weitere Datenquellen mit ein: ob jemand gegessen oder Insulin gespritzt hat, ob zuletzt Hypoglykämien vorgekommen sind. Sie ist deutlich detaillierter und bietet Unterstützung im Sinne einer zweiten Meinung. So entsteht Vertrauen und Sicherheit.
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Diabetesmanagement mit KI-gestützten Prädiktionen
Die Accu-Chek SmartGuide CGM-Lösung nutzt drei prädiktive Funktionen, wodurch Patient:innen ihren Diabetes proaktiv managen und frühzeitig reagieren können, noch bevor kritische Werte erreicht werden.3
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30 Minuten
Vorhersage für niedrigen Glukosewert
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Benachrichtigt über einen wahrscheinlich niedrigen Glukosewert innerhalb der nächsten 30 Minuten.4
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2 Stunden
Glukose- vorhersage
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Zeigt, wie sich die Glukosewerte in den nächsten zwei Stunden voraussichtlich entwickeln.4
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7 Stunden
Vorhersage für nächtliche Unterzuckerung
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Zeigt, wie hoch das Risiko für eine Hypoglykämie in der Nacht ist und gibt den Zeitraum an.4,5
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Quellen:
1 Fisher L, Polonsky WH, Hessler DM, et al. Understanding the sources of diabetes distress in adults with type 1 diabetes. J Diabetes Complications. 2015;29(4):572-577. doi:10.1016/j.jdiacomp.2015.01.012
2 Lo, C.J., Lee, L., Yu, W. et al. Mindsets and self-efficacy beliefs among individuals with type 2 diabetes. Sci Rep 13, 20383 (2023). https://doi.org/10.1038/s41598-023-47617-4
3 Glatzer T, Ehrmann D, Gehr B, et al. Clinical Usage and Potential Benefits of a Continuous Glucose Monitoring Predict App. J Diabetes Sci Technol. 2024;18(5):1009-1013. doi:10.1177/19322968241268353
4 Die Accu-Chek SmartGuide Predict App benachrichtigt Nutzer:innen bei einem voraussichtlichen niedrigen Glukosewert innerhalb der nächsten 30 Minuten (Vorhersage für niedrigen Glukosewert), liefert Vorhersagen für die voraussichtliche Glukoseentwicklung in den nächsten 2 Stunden (Glukosevorhersage) und zeigt das voraussichtliche Risiko einer nächtlichen Hypoglykämie in den nächsten 7 Stunden (Vorhersage für nächtliche Unterzuckerung, aktiv zwischen 21:00 und 02:00 Uhr). Für die Nutzung der Vorhersagefunktionen ist eine Internetverbindung erforderlich.
5 Wenn das Risiko für die erste Nachthälfte (die ersten 3,5 Stunden) und die zweite Nachthälfte (die letzten 3,5 Stunden) unterschiedlich ist, hebt die Vorhersage für nächtliche Unterzuckerung das Zeitfenster mit hohem Risiko in der Benachrichtigung hervor.
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