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Liebe Leserin, lieber Leser,
in der heutigen Ausgabe unseres Sonder-Newsletters stellen wir Ihnen neue Studien zum Thema Adipositas, deren Auswirkungen auf die kardiometabolische Gesundheit sowie zu nicht medikamentösen und arzneimittelbasierten Therapieoptionen vor.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].
Ihre Redaktion von Biermann Medizin
Heutiger Schwerpunkt: Adipositas
Deutschland wird nicht nur immer älter, sondern auch schwerer – oder sollten wir eher sagen voluminöser? Denn dass nicht allein das Gewicht über die Gesundheit eines Menschen bestimmt, ist unumstritten. Entscheidend ist vor allem das Körperfett. Hier spielt nicht nur die Menge eine Rolle, sondern auch die Verteilung, die sich in der Regel bei Männern und Frauen unterscheidet. Das wirkt sich wiederum unterschiedlich auf die Herzgesundheit, insbesondere das Herzalter, aus.
Doch trotz aller Diskussionen um seine Aussagekraft bleibt der Body-Mass-Index (BMI) weiterhin ein wichtiges Instrument für die Diagnostik von Adipositas. Aktuelle Daten legen nahe, dass weitere anthropometrische Kriterien nicht notwendig sind, um eine eindeutige Diagnose zu stellen. Aus derselben Studie geht ebenfalls hervor, dass in vier von fünf Adipositas-Fällen bereits Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck vorliegen und die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes deutlich erhöht sind. Die Risikostratifizierung für eine Herzinsuffizienz scheint nach derzeitigem Standard bei Personen mit hohem BMI allerdings unzureichend. Die aktuell geltenden NT-proBNP-Schwellenwerte unterschätzen das Risiko bei diesen nämlich deutlich, wie eine aktuelle Studie entdeckte.
Und wie lässt sich die mögliche „Adipositas-Epidemie“ eindämmen? Die im Januar veröffentlichten Empfehlungen der Leopoldina setzen auf Prävention und adäquaten Zugang zu verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten. Sie befürworten – ebenso wie eine Mehrheit der deutschen Bürgerinnen und Bürger – beispielsweise eine Zuckersteuer. Auch bei Betroffenen steht die Ernährung primär im Fokus. Eine mögliche Lebensstilintervention umfasst den Umstieg auf eine mediterrane Ernährung. Kombiniert mit einer Kalorienreduktion und mehr Bewegung kann diese unter anderem das Diabetesrisiko senken. Neue Daten aus dem Gebiet der Chrononutrition deuten außerdem an, dass nicht nur das Timing von Mahlzeiten, sondern auch das Timinig der spezifisch zugeführten Nährstoffe Einfluss auf die Stoffwechselgesundheit haben kann.
Dass GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) bei Menschen mit Adipositas mit und ohne Typ-2-Diabetes einen großen gesundheitlichen Nutzen bieten, ist inzwischen gut belegt. In Hochrisikopopulationen senken sie die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Ereignisse, verdeutlicht eine aktuelle Übersichtsarbeit. So wundert es nicht, dass sich die Leopoldina dafür ausspricht, Inkretinmimetika für alle Betroffenen zugänglich zu machen. Einigkeit herrscht aber auch darüber, dass Medikamente ebenfalls von Lebensstilinterventionen begleitet werden sollten, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
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