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Mittwoch, 03. Juni 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der heutigen Ausgabe unseres Schwerpunkt-Newsletters stellen wir Ihnen interessante neue Studien zu den Themen Gynäkologische Onkologie und Mammakarzinom vor. Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und freuen uns über Ihr Feedback unter [email protected].
 

Ihre Redaktion von Biermann Medizin

 

Heutiger Schwerpunkt: Gynäkologische Onkologie, Mammakarzinom

Brustkrebs bleibt weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Eine aktuelle Analyse der Global Burden of Disease Study zeigt jedoch, dass sich die Krankheitslast zunehmend ungleich entwickelt. Während Länder mit hohem Einkommen von Fortschritten in Früherkennung, Diagnostik und Therapie profitieren und die Mortalität dort sinkt, steigen Inzidenz und Sterblichkeit in einkommensschwachen Regionen teils deutlich an. Die Prognosen der Autoren deuten zudem auf eine weitere deutliche Zunahme der Krankheitslast hin: Bis 2050 könnte die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen weltweit auf 3,56 Millionen ansteigen. Die Daten machen deutlich, wie eng die Prognose von Brustkrebspatientinnen weiterhin mit dem Zugang zu medizinischer Versorgung verknüpft bleibt.

Angesichts dieser Entwicklungen gewinnen neue Ansätze zur effizienteren Krebsfrüherkennung zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig könnten innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz langfristig jedoch auch die Unterschiede zwischen gut ausgestatteten und ressourcenschwachen Gesundheitssystemen verstärken. Denn wie moderne Screeningstrategien die Früherkennung verbessern könnten, zeigt nun auch eine schwedische Studie zum KI-gestützten Mammographie-Screening. In der randomisierten MASAI-Studie erreichte die KI-unterstützte Befundung eine höhere Sensitivität als die bisherige Standard-Doppelbefundung, ohne dass die Spezifität darunter litt. Gleichzeitig wurden in der KI-Gruppe weniger invasive Intervallkarzinome und Nicht-Luminal-A-Tumore beobachtet. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Künstliche Intelligenz die Detektionsleistung im Mammographie-Screening künftig verbessern und zugleich Radiologen im klinischen Alltag entlasten könnte.

Neben einer optimierten Früherkennung rückt in der gynäkologischen Onkologie zunehmend auch die Prävention in den Fokus. Eine neue Übersichtsarbeit deutet darauf hin, dass ein niedriger Folatstatus mit einem erhöhten Risiko für zervikale intraepitheliale Neoplasien und Zervixkarzinome assoziiert sein könnte. Gleichzeitig zeigte sich, dass eine Folatsupplementierung die Rückbildung von CIN-Läsionen begünstigen könnte. Auch wenn weitere Studien erforderlich sind, unterstreichen die Ergebnisse die mögliche Bedeutung ernährungsmedizinischer Faktoren bei der Prävention gynäkologischer Tumorerkrankungen.

Zudem berichten wir über eine neue Übersichtsarbeit, der zufolge niedrige Folatspiegel mit einem erhöhten Risiko für zervikale intraepitheliale Neoplasien und Zervixkarzinome assoziiert sein könnten. Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in unserer neuen Ausgabe Kompakt Gynäkologie 3/2026.

 

Neueste Studien zum Thema:

 
 

Fortschritte in der Senkung der Brustkrebssterblichkeit global ungleich verteilt

Die weltweite Belastung durch Brustkrebs entwickelt sich zunehmend ungleich: Während sie in Ländern mit hohem Einkommen sinkt, steigen Inzidenz und Mortalität in einkommensschwachen Regionen teils deutlich an.

GBD 2023 Breast Cancer Collaborators. Global, regional, and national burden of breast cancer among females, 1990-2023, with forecasts to 2050: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2023. Lancet Oncol. 2026 Mar;27(3):302-326.

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5-Jahres-Daten zu Kisqali bei frühem
HR+/HER2− Brustkrebsa

Bei frühem HR+/HER2− Brustkrebs besteht trotz endokriner Therapie ein hohes Rezidivrisiko. Die Kombinationstherapie mit Kisqali + AIa reduzierte signifikant das Rezidivrisiko nach 5 Jahren.2

Pflichtangaben | Referenzen

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KI-gestütztes Mammographie-Screening: Höhere Sensitivität bei gleichbleibender Spezifität

Eine randomisiert-kontrollierte Studie spricht dafür, dass Künstliche Intelligenz (KI) im Mammographie-Screening die Detektionsleistung verbessern und Befunder entlasten kann. Ein KI-unterstütztes Screening war mit einer höheren Sensitivität im Vergleich zur Standard-Doppelbefundung bei unveränderter Spezifität verbunden.

Gommers J et al. Interval cancer, sensitivity, and specificity comparing AI-supported mammography screening with standard double reading without AI in the MASAI study: a randomised, controlled, non-inferiority, single-blinded, population-based, screening-accuracy trial. Lancet. 2026 Jan 31;407(10527):505-514.

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Lynparza® in der Adjuvanz:
6 Jahre medianes Follow-up1

6-Jahres-Follow-Up-Daten bestätigen anhaltenden OS-Vorteila unter Lynparza® beim gBRCA1/2m HER2- frühen MCa mit hohem Rezidivrisikob unabhängig vom Hormonrezeptor-Status.c,d,1,2  Die adjuvante Therapie mit Lynparza® beim gBRCA1/2m HER2- frühen MCa wird auch weiterhin von der Kommission Mamma der AGO mit dem höchsten Empfehlungsgrad „++“ bewertet.3

Pflichttext | Referenzen

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Die Supplementierung von Folat könnte Risiko für Zervixkarzinome senken

Eine neue Übersichtsarbeit deutet darauf hin, dass Folat eine Rolle in der Prävention von Zervixkarzinomen spielen könnte. Niedrige Folatspiegel waren mit einem erhöhten Risiko für zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) und/oder Zervixkarzinome verbunden. Eine Supplementierung trug zur Rückbildung von Vorstufen bei.

Hua Y et al. Association Between Folate Status and Risk of Cervical Cancer: A Systematic Review, Dose-Response Meta-analysis, and Mendelian Randomization Study. Nutr Rev. 2026 Mar 11:nuag016.

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TNBC: Umsetzung von Therapie-Leitlinien

In diesem Interview spricht Prof. Kümmel über Leitlinien und Empfehlungen beim frühen triple-negativen Mammakarzinom. Er fokussiert sich unter anderem auf die AGO-Empfehlungen und die KEM-Standards. Außerdem gibt er Tipps zur Behandlung mit KEYTRUDA®.

Fachinformation

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Risikostratifizierung vulvärer intraepithelialer Neoplasien

Ein 3-Gen-Methylierungstest könnte helfen, das Krebsrisiko bei vulvären intraepithelialen Neoplasien (VIN) besser einzuschätzen. Die Ergebnisse einer niederländischen Studie deuten darauf hin, dass sich dadurch unnötig belastende Operationen vermeiden lassen könnten.

Thuijs NB et al. DNA methylation testing for vulvar cancer risk stratification in patients with high-grade vulvar intraepithelial neoplasia: a population-based cohort study. Br J Dermatol. 2025 Nov 18;193(6):1138-1145.

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Zervixkarzinom-Screening auch nach 65 Jahren relevant

Eine Ausweitung des Zervixkarzinom-Screenings über das 65. Lebensjahr hinaus könnte insbesondere bei unzureichend vorgescreenten Frauen klinisch relevante Befunde erfassen.

Zulfikaroglu E. Cervical cancer screening strategies in women 65 years and older in the human papillomavirus era: A systematic review and meta-analysis of human papillomavirus-based testing and self-sampling approaches. Int J Gynaecol Obstet. 2026 Mar 12.

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Mehr aktuelle Forschung:

Der prädiktive Wert der Lactatdehydrogenase für die lymphovaskuläre Invasion beim Endometriumkarzinom: eine retrospektive Kohortenstudie.
Clin Lab 2026;72(5).

Expressionsmuster von DHX37-Protein und -mRNA bei Brust- und Eierstockkrebs sowie deren prognostische Bedeutung.
Histochem Cell Biol 2026;164(1):36.

Brustkrebsverläufe bei duktalem Karzinom in situ: Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie.
Int J Cancer 20.05.2026

Anwendung einer modifizierten MSRE-qPCR-Methode zum Nachweis der Methylierung zirkulierender zellfreier DNA beim Zervixkarzinom.
Front Oncol 2026;16:1759488.

 

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