Fortschritte in der Senkung der Brustkrebssterblichkeit global ungleich verteilt31. Mai 2026 Symbolbild © JCreative/stock.adobe.com Die weltweite Belastung durch Brustkrebs entwickelt sich zunehmend ungleich: Während sie in Ländern mit hohem Einkommen sinkt, steigen Inzidenz und Mortalität in einkommensschwachen Regionen teils deutlich an. Im Rahmen der Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study (GBD) 2023 hat die Arbeitsgruppe eine aktualisierte Bewertung der epidemiologischen Trends, der Krankheitslast und der mit Mammakarzinomen assoziierten Risikofaktoren für den Zeitraum von 1990-2023 vorgenommen. Demnach spiegeln die stabilen Inzidenz- und rückläufigen Mortalitätsraten des Mammakarzinoms bei Frauen in Ländern mit hohem Einkommen die Erfolge in Früherkennung, Diagnostik und Therapie wider. Zugleich weist der Anstieg von Inzidenz und Mortalität in anderen Regionen jedoch auf Defizite der Gesundheitssysteme hin. Die zunehmende Mammakarzinom‑Last, die überproportional einige der weltweit vulnerabelsten Bevölkerungen betreffe, werde ohne entschlossenes sofortiges Handeln bestehende gesundheitliche Ungleichheiten weiter verschärfen, mahnen die Autoren. Globale Analyse zu Brustkrebs-Trends bis 2050 In der systematischen Analyse wurden Inzidenz des Mammakarzinoms, Mortalität, Prävalenz, mit Einschränkungen gelebte Jahre, verlorene Lebensjahre und krankheitsbereinigte Lebensjahre nach Alter und Geschlecht für 204 Länder und Territorien von 1990–2023 geschätzt. Die auf sieben Risikofaktoren zurückführbare Last untersuchten die Autoren mittels einer vergleichenden Risikobewertung. Mithilfe des GBD‑Prognoseframeworks projizierten sie die Inzidenz und Mortalität bis 2050. Im Jahr 2023 gab es weltweit geschätzte 2,3 Mio. Brustkrebs-Neuerkrankungen, 764.000 Brustkrebs-bedingte Todesfälle und 24,1 Mio. krankheitsbereinigte Lebensjahre. In der Ländergruppe mit niedrigem Einkommen wurde eine niedrige altersstandardisierte Inzidenzrate von 44,2/100.000 Personenjahre geschätzt, während gleichzeitig die altersstandardisierte Mortalitätsrate mit 24,1/100.000 am höchsten war. Die höchste altersstandardisierte Inzidenzratewurde in der Ländergruppe mit hohem Einkommen beobachtet (75,7/100.000), während die niedrigste altersstandardisierte Mortalitätsrate in der oberen mittleren Einkommensgruppe lag (11,2/100.000). Starke Zunahme in einkommensschwachen Regionen Zwischen 1990 und 2023 stieg die altersstandardisierte Inzidenzrate in der Gruppe mit niedrigem Einkommen um 147,2 Prozent, verglichen mit einer Änderung von 1,2 Prozent in der Gruppe mit hohem Einkommen. Die altersstandardisierte Mortalitätsrate nahm in dieser Gruppe um 29,9 Prozent ab, stieg jedoch in der Gruppe mit niedrigem Einkommen um 99,3 Prozent. Der Anstieg der altersstandardisierten Raten an krankheitsbereinigten Lebensjahren folgte demjenigen der altersstandardisierte Mortalitätsrate. Risikofaktoren wie hoher Verzehr von rotem Fleisch, Tabakkonsum und erhöhte Nüchtern-Plasmaglukose trugen im Jahr 2023 zu 28,3 Prozent der durch Mammakarzinome verursachten krankheitsbereinigten Lebensjahre bei. Die Risikofaktoren mit einem Rückgang der attributablen krankheitsbereinigten Lebensjahre zwischen 1990 und 2023 waren hoher Alkoholkonsum und Tabak. Bis 2050 werden die globalen Brustkrebs-Neuerkrankungen bei Frauen voraussichtlich 3,56 Mio. erreichen, mit 1,37 Mio. Todesfällen. Dies entspricht einem 1,7-fachen Anstieg gegenüber den Schätzungen von 2024. (ins/BIERMANN)
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