Nicht-ablative Radiofrequenztherapie kann die sexuelle Funktion bei postmenopausalen Frauen verbessern

Das genitourinäre Syndrom der Menopause führt zu Symptomen wie Scheidentrockenheit, Brennen, Reizungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – Beschwerden, die oft mit vermindertem sexuellem Verlangen, Erregung, Orgasmusstörungen und geringerer sexueller Zufriedenheit einhergehen. (Symbolbild: © fizkes/stock.adobe.com)

Eine neue Studie zeigt, dass nicht-ablative Radiofrequenztherapie die vaginale Gesundheit und Sexualfunktion beim genitourinären Syndrom der Menopause signifikant verbessern kann. Die Methode könnte zukünftig eine Alternative zur Östrogentherapie darstellen.

Der Hormonabfall in den Wechseljahren kann das genitourinäre Syndrom der Menopause verursachen, eine Reihe von vulvovaginalen und urologischen Symptomen, die die Lebensqualität einer Frau erheblich beeinträchtigen können. Eine lokale Östrogentherapie ist wirksam bei der Linderung genitourinärer Beschwerden, doch eine neue Studie deutet darauf hin, dass auch nicht-ablative kapazitiv-resistive monopolare Radiofrequenztherapie die vaginale und sexuelle Gesundheit wiederherstellen könnte. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht.

Schätzungen zufolge ist mindestens die Hälfte aller Frauen nach den Wechseljahren vom genitourinären Syndrom der Menopause betroffen. Häufige Symptome sind Scheidentrockenheit, Brennen, Reizungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – Beschwerden, die oft mit vermindertem sexuellem Verlangen, Erregung, Orgasmusstörungen und geringerer sexueller Zufriedenheit einhergehen. Konventionelle Behandlungen umfassen Feuchtigkeitscremes und Gleitmittel, die jedoch nur vorübergehend Linderung verschaffen und die körperlichen Veränderungen des genitourinären Syndroms der Menopause nicht rückgängig machen. Da manche Frauen keine Hormontherapie anwenden können oder wollen, wächst das Interesse an regenerativen Therapien wie Laser- und Radiofrequenztherapie.

Radiofrequenztherapie als alternative Behandlung

Der thermische Effekt dieser Methoden wird durch die Oszillation intrazellulärer Ionen und Moleküle erreicht, die die Gewebetemperatur erhöhen. Die entstehende Wärme aktiviert physiologische Reaktionen und stimuliert Prozesse, die die Gewebeelastizität, den Feuchtigkeitsgehalt und die Gewebestruktur verbessern. Studien haben gezeigt, dass Temperaturen zwischen 40 °C und 45 °C ausreichen, um eine zelluläre Biomodulation zu induzieren, ohne thermische Schäden zu verursachen.

Zunehmende Hinweise deuten darauf hin, dass verschiedene Arten von Radiofrequenztherapien vaginale Erschlaffung, Harninkontinenz, sexuelle Funktionsstörungen, Scheidentrockenheit und Dyspareunie verbessern können. Die erzielten Ergebnisse sind vergleichbar mit denen einer Östrogentherapie und besser als die von Feuchtigkeitscremes. Allerdings ist die Datenlage zu intrakavitären Radiofrequenzanwendungen in den Wechseljahren begrenzt, und keine der bisherigen Studien umfasste eine Placebo-Kontrollgruppe.

In der neuen, kleineren Studie wurde diese Lücke adressiert, indem eine Placebo-kontrollierte Gruppe einbezogen wurde. Die Studie zeigte, dass die nicht-ablative Radiofrequenztherapie signifikante Verbesserungen der allgemeinen Sexualfunktion, insbesondere in den Bereichen Gleitfähigkeit, Orgasmus und Schmerzlinderung, erzielte. Die Forschenden schlussfolgerten, dass die Behandlung der nicht-ablativen Radiofrequenztherapie eine sichere, gut verträgliche und wirksame nicht-hormonelle Therapie zur Verbesserung der vaginalen Gesundheit und der Sexualfunktion bei postmenopausalen Frauen mit genitourinärem Syndrom der Menopause darstellt. „Weitere Studien sind den Autoren zufolge erforderlich, um die klinische Anwendbarkeit zu bestätigen.

(lj/BIERMANN)

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