Nichtantibiotische Behandlung für Frauen mit hartnäckiger Akne

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Ein Forscherteam unter der Leitung der Universität Southampton in Großbritannien hat gezeigt, dass ein leicht erhältliches Medikament, das zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird, Frauen, die unter hartnäckiger Akne leiden, helfen könnte.

Die vom National Institute for Health and Care Research (NIHR) finanzierte SAFA-Studie ist die erste groß angelegte klinische Studie, die zeigt, dass Spironolacton eine wirksame Behandlung bei Akne ist. Die Ergebnisse der Studie wurden im „British Medical Journal“ veröffentlicht.

„Wir hoffen, dass die Veröffentlichung dieser Ergebnisse dazu führt, dass sich mehr Hausärzte und Dermatologen trauen, Spironolacton zur Behandlung von Akne zu verschreiben“, sagt Prof. Miriam Santer, Co-Leiterin der Studie. Das Medikament sei in den USA und Europa bereits in den Behandlungsrichtlinien für hartnäckige Akne enthalten, und sie hoffe, dass diese Studie zu einer Änderung der britischen Richtlinien führen werde.

Bedarf an neuen Behandlungen

Fast ein Drittel der Frauen, die in ihrer Jugend Akne hatten, sind auch im Erwachsenenalter noch davon betroffen. Für diejenigen, die unter anhaltenden Ausbrüchen leiden, kann dies eine enorme physische und psychische Belastung darstellen.

Topische Behandlungen, die in der Apotheke oder auf Rezept erhältlich sind, sind die erste Wahl bei der Behandlung von Akne. Sie sind bei vielen Menschen wirksam, aber wenn sie nicht anschlagen, verschreiben Hausärzte oft orale Antibiotika, die zusätzlich zu den Cremes und Gelen verwendet werden. Dies kann zu der wachsenden Belastung durch Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung beitragen.

„Seit einigen Jahren verschreiben Dermatologen Spironolacton zur Behandlung schwerer Akne“, sagt Prof. Alison Layton, die die SAFA-Studie mit geleitet hat. Es handele sich um ein preiswertes Medikament, das seit Jahrzehnten zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werde. Der Wirkstoff reduziere auch das Haupthormon, das zur Entstehung von Akne führe. „Frühere Studien mit Spironolacton zur Behandlung von Akne waren jedoch sehr klein, und es gab keinen endgültigen Beweis dafür, dass das Medikament tatsächlich wirkt“, so Layton.

SAFA-Studie mit über 400 Frauen

An der SAFA-Studie nahmen über 400 Frauen im Alter von über 18 Jahren mit Akne teil, die seit mehr als sechs Monaten bestand und bei der normalerweise orale Antibiotika die nächste Behandlung gewesen wären. Die Hälfte von ihnen wurde nach dem Zufallsprinzip für die Einnahme von Spironolacton ausgewählt, während die andere Hälfte ein Placebo erhielt. Die Frauen wurden gebeten, zu Beginn der Studie sowie nach 12 und 24 Wochen der Behandlung Fragebögen zu ihrer Akne und ihrer Lebensqualität im Zusammenhang mit der Erkrankung auszufüllen.

„Die Ergebnisse zeigten, dass die Frauen, die Spironolacton einnahmen, nach 12 und 24 Wochen eine signifikante Verbesserung ihrer Akne im Vergleich zu den Frauen, die ein Placebo einnahmen, feststellten“, so Santer. Ein signifikant höherer Anteil der Studienteilnehmerinnen gab außerdem an, dass sie mit der Verbesserung ihrer Haut zufrieden waren, verglichen mit denjenigen, die ein Placebo erhielten. Laut Santer zeigen diese Ergebnisse, dass Spironolacton für viele Frauen mit hartnäckiger Akne eine Alternative zu Antibiotika sein könnte, die sie zusätzlich zu aktuellen Aknebehandlungen einsetzen können.

Prof. Andrew Farmer, Direktor des NIHR-Programms zur Bewertung von Gesundheitstechnologien, ergänzt: „Die Ergebnisse dieser wichtigen Studie liefern überzeugende Beweise, die Tausenden von Frauen mit hartnäckiger Akne helfen könnten.“ Die Behandlung sei eine wertvolle Alternative zu Antibiotika und ermögliche, dass Kliniker auch die Folgen, die durch Antibiotikaresistenzen entstehen könnten, besser vermeiden können.

Die SAFA-Studie wurde von der Southampton Clinical Trials Unit durchgeführt. Sie wurde durch einen Zuschuss des NIHR zur Gesundheitstechnologiebewertung finanziert und von der Universität Southampton gesponsert.