Niedrig dosiertes Imipramin bei funktioneller Dyspepsie31. Januar 2019 © PIC4U – fotolia.com Niedrig dosiertes Imipramin sollte als mögliche Therapie für Patienten mit funktioneller Dyspepsie, die weder auf Protonenpumpenhemmer (PPI) noch auf Prokinetika ansprechen, in Betracht gezogen werden. Das berichten die Autoren einer kürzlich veröffentlichten Studie. In Leitlinien werde zwar die Verwendung von Neuromodulatoren bei Patienten mit funktioneller Dyspepsie, die nicht auf PPI und Prokinetika ansprechen, empfohlen, schreiben die Studienautoren. Dabei fehlten jedoch Daten aus randomisiert-kontrollierten Studien, die den Einsatz solcher Medikamente stützten. Die Wissenschaftler wollten daher die Sicherheit und Wirksamkeit von Imipramin, einem trizylklischen Antidepressivum (TCA), in einer solchen Situation testen. In die monozentrische, doppelblinde, randomisiert-kontrollierte Studie wurden 107 Patienten mit funktioneller Dyspepsie nach den Rom-II-Kriterien eingeschlossen (Alter 18–80 Jahre). Sie hatten keine Helicobacter-pylori-Infektion, eine vorherige Endoskopie des oberen Gastrointestinaltraktes und einen abdominalen Ultraschall ohne Befund und waren nach 8-wöchiger Therapie mit Esomeprazol und 4 Wochen Domperidon immer noch symptomatisch. Sie erhielten nach Randomisierung über einen Zeitraum von 12 Wochen entweder Imipramin (n=55; in einer Dosis von 25 mg 1-mal pro Nacht für die ersten 2 Wochen, danach 50 mg) oder ein Placebo (n=52). Der primäre Endpunkt war eine insgesamt zufriedenstellende Linderung der allgemeinen Dyspepsie-Symptome nach 12 Wochen. Eine Erleichterung der allgemeinen Dyspepsie-Symptome nach 12 Wochen trat bei 35 (63,6 %; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 50,4–75,1) von 55 Patienten mit Imipramin im Vergleich zu 19 (36,5 %; 95 %-KI 24,8–50,1) von 52 unter Placebo ein (p=0,051). Allerdings brachen 10 (18 %) Patienten mit Imipramin ihre Teilnahme an der Studie wegen unerwünschter Ereignisse ab (Mundtrockenheit bei 3, Obstipation bzw. Benommenheit bei jeweils 2 sowie Insomnie, Herzrasen und verschwommenes Sehen bei jeweils 1), verglichen mit nur 4 (8 %) Patienten unter Placebo (1 mit Mundtrockenheit und Obstipation sowie je 1 Patient mit Herzrasen, Verschlechterung des gastroösophagealen Reflux und Missempfindungen in den Extremitäten). Es gab keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. (ac) Fazit Niedrig dosiertes Imipramin sollte als mögliche Therapie für Patienten mit funktioneller Dyspepsie, die nicht auf PPI oder Prokinetika ansprechen, in Betracht gezogen werden. Die Patienten sollten über das Nebenwirkungsprofil aufgeklärt werden, erinnern die Studienautoren abschließend. Autoren: Cheong PK et al. Korrespondenz: Prof. Alexander C Ford, Leeds Gastroenterology Institute Room 125, 4th Floor, Bexley Wing, St James‘s University Hospital, Beckett Street, Leeds LS9 7TF, Großbritannien; [email protected] Studie: Low-dose imipramine for refractory functional dyspepsia: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2018;3(12):837–844. Web: www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(18)30303-0/fulltext
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