Nierenerkrankungen bei Kindern: Hoffnung auf therapeutische Fortschritte

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Mehr als 250 nationale und internationale Experten aus Medizin und Psychologie sowie Pflegefachkräfte tauschen sich vom 15.–18. Mai über neueste Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie von Nierenerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen aus. Die 53. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN) in Freiburg greift dabei aktuelle Entwicklungen auf und wagt einen Blick in die Zukunft.

„Manche einst unheilbare Erkrankung erweist sich als überraschend gut beherrschbar und wir können auf weitere therapeutische Quantensprünge hoffen“, zeigt sich Tagungsleiter Prof. Martin Pohl, Leiter der Sektion Kindernephrologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, optimistisch. Fortschritte in der Genetik und dem Verständnis der Pathophysiologie machen diese positive Sichtweise im Bereich der Nierenerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen möglich.

Einer der spektakulärsten Fortschritte der vergangenen Jahre ist die Entwicklung von Immuntherapien. Einblicke in zentrale Aspekte der Immunantwort haben die Grundlagen für das Verständnis immunologischer Mechanismen bei Nierenerkrankungen gelegt und bieten die Möglichkeit, chronische Nierenerkrankungen durch gezielte Eingriffe in das Komplementsystem zu mildern oder zu heilen. Mehrere Vorträge und ePoster-Sessions beleuchten diesen Therapieansatz.

Zu den weiteren Schwerpunkten im viertägigen Tagungsprogramm gehört neben traditionell wichtigen Themen des Fachgebiets wie Transplantation und Dialyseverfahren auch die Glomerulopathie, eine Schädigung der Nierenkörperchen, die oft als Folge angeborener oder entzündlicher Erkrankungen auftritt. Das Risiko, im Verlauf einer Glomerulopathie eine akute oder chronische Niereninsuffizienz zu erleiden, ist hoch.