Nierenkrankheiten im Endstadium: Stammzellen könnten die Behandlung verbessern1. Oktober 2025 Foto: © peterschreiber.media/stock.adobe.com Forscher der Mayo Clinic (USA) fanden heraus, dass die Transplantation patienteneigener Stammzellen aus Fettzellen in die Vene häufig Entzündungen und Venenverengungen vorbeugt. Die Hämodialyse ist eine Vorstufe einer Nierentransplantation. Zur Vorbereitung werden Patienten üblicherweise operativ mit einer Armarterie und einer Armvene verbunden. Dadurch entsteht eine arteriovenöse Fistel (AVF), die den Blutfluss zur Behandlung durch die Vene ermöglicht. In etwa 60 Prozent der Fälle schlägt die AVF jedoch aufgrund einer Venenverengung fehl. Dies stellt ein großes Hindernis für eine wirksame Behandlung dar, erklären die Autoren. In ihrer Studie erhielten 21 Teilnehmer im Rahmen einer klinischen Phase-I-Studie AVFs. Elf Teilnehmer erhielten vor der AVF-Operation körpereigene, aus Fettgewebe gewonnene mesenchymale Stammzellen. Dabei gehörten zehn zur Kontrollgruppe. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht. Heilung bei Mehrheit der Patienten Die AVFs heilten bei den meisten Patienten, die die Stammzellen erhielten, schneller und waren haltbarer. Allerdings reagierten nicht alle Patienten darauf. Das liegt daran, dass diese mesenchymalen Stammzellen heilende Wachstumsfaktoren absondern, die bei bestimmten Patienten mit AVF wirksam zu sein scheinen, erklärt Dr. Sanjay Misra, Letztautor der Studie. Er fügt hinzu: „Mesenchymale Stammzellen haben entzündungshemmende Eigenschaften.“ Diese Forschungsergebnisse könnten nach Angaben der Forscher Menschen mit Nierenkrankheiten im Endstadium helfen, die Dialyse länger zu ertragen und so die Zeit bis zur Notwendigkeit einer Nierentransplantation zu verlängern. Entzündungshemmende Genfaktoren identifiziert „Wir waren von diesen Unterschieden in der Reaktion auf die mesenchymalen Stammzellen überrascht. Das hat uns dazu bewogen, unsere Forschung weiter zu vertiefen und präklinische Modelle sowie RNA-Sequenzierungstechnologie einzubeziehen“, berichtet Erstautor Dr. Sreenivasulu Kilari. Die Forscher identifizierten dabei spezifische entzündungshemmende Genfaktoren bei Patienten, die gut auf die Stammzellen reagierten. Sie sagen, dass diese genetischen Biomarker dazu beitragen könnten, vorherzusagen, welche Patienten am ehesten von dieser Stammzellanwendung profitieren, und so zu personalisierten Behandlungsoptionen beitragen könnten. (ri/BIERMANN)
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