Nierenkrankheiten: SARS-CoV-2-Infektion erhöht das Risiko3. März 2026 Foto: © crystal-light-1/stock.adobe.com Laut einer Studie des Penn State University College of Medicine (USA) ist eine SARS-CoV-2-Infektion im Vergleich zu einer Grippe mit erhöhten Risiken für mehrere Nierenkrankheiten verbunden. Obwohl Fallberichte und Beobachtungsstudien darauf hindeuten, dass eine COVID-19-Erkrankung das Risiko für Nierenerkrankungen erhöht, sind die Daten aus der Praxis, die es mit der Influenza vergleichen, begrenzt, berichtet ein US-Forscherteam um Erstautoren Yue Zhang. Ihre neue Studie zielte darauf ab, den Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2-Infektionen und nachfolgenden Nierenerkrankungen zu untersuchen. Dabei diente die Influenza als positive Kontrollgruppe und eine negative Kontrollgruppe wurde einbezogen, um klarere Zusammenhänge herzustellen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Communications Medicine“ veröffentlicht. Influenza zum Vergleich Die Wissenschaftler führten die retrospektive Kohortenstudie mit Stratifizierung unter Verwendung der MarketScan-Datenbank (USA) mit Datensätzen von Januar 2020 bis Dezember 2021 durch. Sie verwendeten die ICD-10-Codes, um Personen zu identifizieren und drei Kohorten zu bilden: (1) COVID-19-Gruppe, (2) Positive Kontrollgruppe: Influenza, aber kein COVID-19, (3) Negative Kontrollgruppe: kein COVID-19 / Influenza. Die untersuchten Endpunkte waren Akute Nierenfunktionseinschränkung (AKI), chronische Nierenkrankheit (CKD), terminale Niereninsuffizienz und glomeruläre Erkrankungen. Die Forscher führten multivariate stratifizierte Cox-Regressionsanalysen mit proportionalen Risiken durch. Die Studie umfasst 939.241 erwachsene Personen mit COVID-19, 1.878.482 Personen in der negativen Kontrollgruppe und 199.071 Personen mit Influenza. Mehr Aufmerksamkeit gefordert Im Gesamtergebnis zeigte sich, dass eine COVID-19-Erkrankung signifikant mit einem erhöhten Risiko für AKI, CKD, terminale Niereninsuffizienz und glomeruläre Erkrankungen assoziiert ist. Influenza hat hingegen keinen Einfluss auf CKD, ESRD und glomeruläre Erkrankungen. Zeitbezogene Analysen zeigen, dass eine SARS-CoV-2-Infektion kurzfristig stärkere Auswirkungen auf AKI hat, langfristig die COVID-19-Erkrankung jedoch stabile Auswirkungen auf CKD aufweist. In dieser Studie ist eine SARS-CoV-2-Infektion im Vergleich zu einer Grippe mit einem 2,3-fach erhöhten Risiko für AKI, einem 1,4-fach erhöhten Risiko für CKD und einem 4,7-fach erhöhten Risiko für terminale Niereninsuffizienz verbunden, berichten die Autoren. „Eine verstärkte Aufmerksamkeit für Nierenerkrankungen nach einer COVID-19-Erkrankung ist unerlässlich, um zukünftige negative gesundheitliche Folgen zu verhindern“, betonen sie abschließend. (ri/BIERMANN)
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