Nierentransplantation: Harnleitergewebe aus pluripotenten Stammzellen erzeugt

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Ein Forscherteam aus Japan um Prof. Ryuichi Nishinakamura von der Universität Kumamoto haben aus pluripotenten Stammzellen funktionelles Harnleitergewebe hergestellt.

„Dies ist das erste Mal, dass eine Harnleiterstruktur vollständig aus pluripotenten Stammzellen aufgebaut wurde“, erläutert Nishinakamura. „Die Kombination mit unseren Nieren-Organoiden könnte die Konstruktion transplantierbarer Nieren ermöglichen, die Urin produzieren und ausscheiden können – ein bedeutender Schritt hin zu regenerativen Therapien der nächsten Generation“, fügt er hinzu. Die neuen Forschungsergebnisse wurde in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

Rhythmische Kontraktionen beobachtet

Der Harnleiter, ein wichtiger Kanal, der den Urin von den Nieren zur Blase transportiert, fehlte lange Zeit bei im Labor gezüchteten Nierenmodellen. Ohne ihn konnten Nieren-Organoide die vollständige Organfunktion nicht simulieren, was ein großes Hindernis für zukünftige Transplantationsanwendungen darstellt, erklären die Wissenschaftler.

Nun gelang es den Forschern, Harnleitergewebe aus pluripotenten Stammzellen zu erzeugen, indem sie induzierte Ureterstroma-Vorläuferzellen und Epithelkomponenten aus Mausembryonen oder induzierten Ureterepithel-Vorläuferzellen integrierten. Als diese Zelltypen kombiniert wurden, organisierten sie sich selbst zu dreischichtigen, peristaltisch kontrahierenden Harnleiterstrukturen. Einige Organoide zeigten sogar rhythmische Kontraktionen, die dem natürlichen Urinfluss ähnelten, berichten die Autoren.

Die Forscher modellierten auch genetische Harnleitererkrankungen mithilfe von Zellen mit TBX18-Mutationen, die zu einer beeinträchtigten Gewebeentwicklung führten. Das bietet nach Angaben der Forscher eine vielversprechende Grundlage für die Erforschung angeborener Harnwegserkrankungen.

(ri/BIERMANN)