Geringere Morbidität und weniger Reinterventionen bei roboterassistierter Lebendnierentransplantation

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In erfahrenen Zentren und bei entsprechend ausgewählten Empfängern kann eine roboterassistierte Nierentransplantation (RAKT) mit einem Organ eines lebenden Spenders eingesetzt werden, um die perioperative Morbidität und die Zahl der Reinterventionen zu senken, ohne die frühe Nierenfunktion oder das langfristige Überleben von Patient und Transplantat zu beeinträchtigen.

Darüber berichtet ein internationales Forscherteam um Erstautor Luca Afferi von der Fundació Puigvert in Barcelona (Spanien). Laut den Medizinern liegen nur wenige Studien vor, welche die RAKT mit der offenen Nierentransplantation (OKT) von Lebendspendern bei Patienten mit chronischem Nierenversagen (end-stage kidney disease, ESKD) vergleichen.

Ziel ihrer Studie war es daher, zu untersuchen, ob die RAKT im Vergleich zur OKT zu einer verbesserten Nierenfunktion einen Monat nach der Transplantation führt und ob sie mit einer geringeren Rate an perioperativen Komplikationen sowie besseren Langzeitergebnissen einschließlich dialysefreiem, transplantatfreiem, reinterventionsfreiem Überleben und Gesamtüberleben, einhergeht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „European Urology Focus“ veröffentlicht.

Studie mit über 730 Patienten

Es handelt sich um eine multizentrische retrospektive Studie mit ESKD-Patienten, die zwischen Juni 2015 und Dezember 2023 in sieben europäischen Universitätskliniken eine RAKT- oder OKT-Therapie erhielten. Insgesamt schlossen die Forscher 733 Patienten in ihre Studie ein. Nach Propensity-Score-Matching bildeten die Forscher zwei Kohorten mit jeweils 306 Patienten und ähnlichen Ausgangscharakteristika.

Die Transplantationsstelle war bei 240 (78%) bzw. 204 (67%) Patienten, die sich einer OKT bzw. RAKT unterzogen, die rechte Fossa iliaca. Die RAKT war mit einer verkürzten Gesamt-Anastomosenzeit (38 vs. 32 min) assoziiert, während die OKT mit einer kürzeren Operationszeit (165 vs. 209 min) und Wiedererwärmungszeit (38 vs. 45 min) verbunden war. Insgesamt waren die Raten für frühe (<30 Tage) und höhergradige Komplikationen (Clavien-Dindo-Grad ≥3) in der RAKT-Gruppe niedriger (42% vs. 29%, 37% vs. 21% und 12,7% vs. 5%). In der multivariablen Regressionsanalyse war RAKT ein Prädiktor für ein geringeres Risiko sowohl früher postoperativer Komplikationen als auch von Reinterventionen, was durch Kaplan-Meier-Schätzungen bestätigt wurde.

Weitere Studien empfohlen

In weiteren Studien sollte ermittelt werden, welche Untergruppen am meisten von RAKT profitieren, und es sollten die von den Patienten berichteten Ergebnisse sowie die Kosteneffizienz bewertet werden, betonen die Wissenschaftler.

(ri/ms)

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