Nierentumor-OP: Präoperative mpMRT unterstützt die Vorhersage der Nierenfunktion nach Nephrektomie7. Juli 2026 Symbolfoto: © mdbabul/stock.adobe.com Bei einer bevorstehenden Nephrektomie wegen eines Nierentumors könnten präoperative MRT-Messungen dabei helfen, eine Verschlechterung der Nierenfunktion vorherzusagen. Die MRT erfolgte zusätzlich zur klinischen Standardbildgebung. Eine Nephrektomie kann lebensrettend sein, bei einigen Patienten kommt es jedoch danach zu einer eingeschränkten Nierenfunktion, erklären die Wissenschaftler. Derzeit verfügten Ärzte jedoch nur über begrenzte Instrumente, um zuverlässig vorherzusagen, welche Patienten möglicherweise am anfälligsten für langfristige Nierenkomplikationen sind. Die Studie ist von der Mount Sinai School of Medicine (USA). Sie untersuchte, ob eine vor der Operation eines Nierentumors durchgeführte fortgeschrittene multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) dabei helfen kann, Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion und die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung nach einer Nephrektomie zu identifizieren. Die neuen Forschungsergebnisse sind im „Journal of Magnetic Resonance Imaging“ veröffentlicht. „Patienten, die sich einer Operation wegen eines Nierentumors unterziehen, sind oft unsicher, wie ihre Nieren danach funktionieren werden“, sagt Erstautorin Dr. Mira Liu. „Wir wollten untersuchen, ob bereits durch fortgeschrittene MRT erfasste Informationen ein vollständigeres Bild der Nierengesundheit vor der Operation liefern und dazu beitragen können, individuellere Behandlungsentscheidungen zu treffen.“ Nierenschonende Maßnahmen im Fokus In der Studie unterzogen sich 43 Patienten vor der Operation speziellen MRT-Untersuchungen zu Forschungszwecken. Und das zusätzlich zur klinischen Standardbildgebung. Die Forscher beurteilten die Nierendurchblutung, die Sauerstoffverwertung, Entzündungsprozesse, die Filtrationsleistung sowie mikroskopische Gewebeeigenschaften. Dazu nutzten sie moderne MRT-Verfahren. Anschließend verglichen sie diese Ergebnisse mit der Nierenfunktion ein Jahr nach dem Eingriff. Die Forscher stellten fest, dass die präoperativen MRT-Messungen dabei helfen könnten, sowohl eine Verschlechterung der Nierenfunktion als auch die künftige Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung vorherzusagen. So verbesserte die Kombination von MRT-basierten Biomarkern mit klinischen Standarduntersuchungen und Blutwerten die Identifizierung von Patienten mit erhöhtem Risiko erheblich. Die Forschenden betonten, dass die Studie nicht nahelege, auf eine Operation bei Nierentumoren zu verzichten. Vielmehr gehe es darum, Ärzte dabei zu unterstützen, jene Patienten zu identifizieren, die von zusätzlichen nierenschonenden Maßnahmen und einer engmaschigeren Nachsorge nach der Behandlung profitieren könnten. Validierung mit mehreren Zentren geplant Die Studie zeige zudem ein überraschendes Muster: Sowohl eine eingeschränkte Nierenfunktion als auch eine vor der Operation außergewöhnlich hohe Arbeitsleistung der Nieren waren mit einem erhöhten Risiko für spätere Nierenerkrankungen verbunden. Die Forschenden vermuten, dass dies auf eine verringerte „Nierenreserve“ hindeuten könnte. Das würde bedeuten, dass manche Nieren womöglich schon vor dem Eingriff stark beansprucht sind. Das Wissenschaftler planen, die Ergebnisse an größeren Patientengruppen in mehreren medizinischen Zentren zu validieren. Sie hoffen, einen praktikablen Risikoscore auf der Basis klinischer Daten und bildgebender Verfahren zu entwickeln. Dieser solle dann künftig in die routinemäßige präoperative Beurteilung integriert werden können. Tumorbiologie und der Immunumgebung im Fokus In einer weiteren aktuellen Studie [2], die im „Journal for ImmunoTherapy of Cancer“ veröffentlicht wurde, erwies sich die mpMRT als sensitiv für immuno-onkologische Biomarker. Die Ergebnisse stützen laut den Autoren den Einsatz der präoperativen MRT als Methode zur Charakterisierung der immunologischen Tumormikroumgebung, der Malignität und des Subtyps im Hinblick auf eine fundierte und maßgeschneiderte Behandlungsplanung. (ri/BIERMANN)
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