Nierenzellkarzinom im Frühstadium: Ablation könnte die Komplikationsrate reduzieren10. März 2026 Foto: © sebastian-kaulitzki/stock.adobe.com Bei Patienten mit Nierenzellkarzinom (RCC) im Stadium T1a führt die Ablation zu weniger Komplikationen und kürzeren Krankenhausaufenthalten im Vergleich zur chirurgischen Resektion und Nephrektomie, so eine neue Studie aus Dänemark. Die zufällige Diagnose kleiner Nierentumoren belastet die Gesundheitssysteme zunehmend, schreiben die Autoren einer neuen dänischen Studie. Während die chirurgische Resektion weiterhin Standard sei, habe sich die Ablation als weniger invasive Alternative etabliert, die potenziell Komplikationen, Krankenhausaufenthalte und Kosten reduziert. Allerdings sei das Wissen über die Ergebnisse nach einer Ablation noch begrenzt. Ziel ihrer aktuellen Studie war der Vergleich der Langzeitergebnisse von Ablation, chirurgischer Resektion und Nephrektomie bei Patienten mit Nierenzellkarzinom (RCC) im Stadium T1a. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Radiology“ veröffentlicht. „Das Verfahren ist im Allgemeinen weniger invasiv als eine Operation und beeinträchtigt die Nierenfunktion weniger. Gleichzeitig ist die Verweildauer im Krankenhaus typischerweise kurz, sodass viele Patienten noch am selben Tag entlassen werden können. Daher bietet die Ablation bei ausgewählten Patienten viele Vorteile“, kommentiert Studienleiterin Prof. Iben Lyskjær von der Aarhus University (Dänemark). Progression und Metastasierung im Fokus Die retrospektive, landesweite Registerstudie umfasste dänische Erwachsene mit der Diagnose T1a-RCC im Zeitraum Januar 2013 bis Dezember 2021. Die Patienten wurden mittels Ablation, chirurgischer Resektion oder Nephrektomie behandelt. Der primäre Endpunkt war die Progression, definiert als Fernmetastasierung oder lokales Rezidiv. Zu den sekundären Endpunkten zählten die Krankenhausverweildauer und die Anzahl der Krankenhausbesuche innerhalb von 30 Tagen nach der Behandlung (ausgenommen routinemäßige Nachsorgetermine). Insgesamt wurden 1862 Patienten (Medianalter 64 Jahre; 1305 männliche Patienten) eingeschlossen. Die Patienten der Ablationsgruppe wurden mit Kryoablation behandelt, mit Ausnahme von 42 Patienten, die sich einer Radiofrequenzablation unterzogen. Bessere Ergebnisse bei sekundären Endpunkten Nach Adjustierung für Störfaktoren ergab sich kein Hinweis auf einen Unterschied im Progressionsrisiko zwischen der Ablations- und der Resektionsgruppe. Lokale Rezidive traten am häufigsten nach Ablation auf (Ablation: 13 von 540 Patienten [2,41 %]; Resektion: 12 von 1002 [1,20 %]; Nephrektomie: 0 von 320 [0 %]), waren aber durch weitere Eingriffe behandelbar. Fernmetastasen traten am häufigsten nach Nephrektomie auf (Ablation: 9 von 540 Patienten [1,67 %]; Resektion: 19 von 1002 [1,90 %]; Nephrektomie: 14 von 320 [4,38 %]). Die Krankenhausaufenthalte waren bei Ablation am kürzesten (mediane Aufenthaltsdauer: 0 Tage bei Ablation, 2 Tage bei Resektion, 2 Tage bei Nephrektomie). Die Ablation führte zu den wenigsten Krankenhausbesuchen innerhalb von 30 Tagen nach der Behandlung (mediane Anzahl der Krankenhausbesuche: 1 bei Ablation, 1 bei Resektion, 1 bei Nephrektomie). Laut den Forschern deutet das auf weniger Komplikationen bei der Ablation hin. „Bei Patienten mit T1a-RCC zeigte die Behandlung mit Ablation ein vergleichbares Progressionsrisiko, jedoch mit weniger Komplikationen und kürzeren Krankenhausaufenthalten“, resümieren die Autoren. (ri/BIERMANN)
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