Nierenzellkarzinom: Medikament zeigt vielversprechende Wirkung gegen Hyperkalzämie21. Oktober 2025 Foto: © peterschreiber.media/stock.adobe.com Erhöhte Kalziumwerte im Blut können möglicherweise erfolgreich mit einer Medikamentenklasse namens HIF-2α-Hemmer behandelt werden, wie eine neue Tierstudie zeigt der University of Texas (USA) zeigt. Etwa zehn Prozent der Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs entwickeln eine Hyperkalzämie. Diese wird häufig durch das von Nierentumoren produzierte Hormon Parathormon-verwandtes Protein (PTHrP) verursacht, das den Kalziumspiegel im Blut erhöht. Eine frühere Studie des Brugarolas-Labors zeigte bereits, dass die PTHrP-Produktion bei Nierenkrebs durch HIF-2 reguliert wird. Dies veranlasste die US-Forscher um Studienleiter Prof. James Brugarolas, die Rolle von HIF-2α-blockierenden Medikamenten bei Hyperkalzämie zu untersuchen. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Cancer Discovery“ veröffentlicht. PTHrP-Produktion durch HIF-2 reguliert Um herauszufinden, ob die Hemmung von HIF-2α eine Hyperkalzämie behandeln kann, untersuchten die Wissenschaftler Mäuse mit transplantierten menschlichen Nierentumoren. Sie behandelten tumortragende Mäuse, die eine Hyperkalzämie entwickelten, mit PT2399. Interessanterweise reagierte die Mehrheit der Mäuse darauf. Der Kalziumspiegel sank innerhalb weniger Tage nach Behandlungsbeginn, und Symptome wie Gewichtsverlust, Müdigkeit und Kalziumablagerungen ließen nach, berichten die Autoren. Weitere Studien zeigten, dass PT2399 die Bindung von HIF-2α an das PTHrP-produzierende Gen verhindert. Dadurch verringert sich die PTHrP-Menge und erklärt die Wirkung von PT2399 auf Hyperkalzämie, erklären die Wissenschaftler. Als potenzieller Biomarker im Fokus In einer nachfolgenden Fallstudie wurde ein 63-jähriger Mann mit fortgeschrittenem klarzelligem Nierenzellkarzinom und erhöhtem Kalziumspiegel mit PT2977/Belzutifan behandelt. Nach der Behandlung sanken die PTHrP-Spiegel, und der Kalziumspiegel normalisierte sich innerhalb weniger Tage, ohne die bei Standardtherapien beobachteten Nebenwirkungen. „Unsere Daten unterstützen die Evaluierung von HIF-2-Antagonisten für Patienten mit klarzelligem Nierenzellkarzinom und paraneoplastischer Hyperkalzämie, was als prädiktiver Biomarker dienen kann“, resümieren die Autoren. (ri/BIERMANN)
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