Nikotinabstinenz: Mit der richtigen Unterstützung in die Rauchfreiheit4. Dezember 2020 © ajr_images – stock.adobe.com (Symbolbild) Bei rauchenden Krebspatienten scheint eine anhaltende im Vergleich zu einer zeitlich begrenzten Beratung sowie die Versorgung mit kostenfreien pharmakologischen Hilfen zur Nikotinentwöhnung zu einem größeren Erfolg zu führen als eine zeitlich begrenzte Beratung und lediglich der Hinweis auf Hilfsmittel. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass nicht klar sei, inwieweit ihre Ergebnisse verallgemeinert werden können. Dazu müsse noch weiter geforscht werden. Für die Teilnahme an der unverblindeten, randomisierten klinischen Studie kamen Patienten infrage, die wegen einer Krebserkrankung (gastrointestinal, urogenital, gynäologisch, Kopf und Brust, Hals, Lunge, Lymphom oder Melanom) an verschiedenen US-amerikanischen Zentren behandelt wurden und in einem Zeitraum von 30 Tagen ≥1 Zigarette geraucht hatten. Alle Patienten erhielten 4-mal eine wöchentliche telefonische Beratung sowie Hinweise zu den Möglichkeiten einer pharmakologischen Unterstützung. Die Gruppe mit intensiver Betreuung (n=153) wurde alle 2 Wochen in 4 Telefonaten sowie 3-mal monatlich nochmals per Telefon beraten und erhielt zudem eine von der Food and Drug Administration zugelassene Medikation ihrer Wahl (Nikotinersatztherapie, Bupropion oder Vareniclin). Die übrigen 150 Personen in der Studie bekamen ausschließlich die zuvor beschriebene Standardbehandlung. Primärer Endpunkt der Studie war die biochemisch bestätigte 7-Tages-Punktprävalenz einer Tabakabstinenz bei der Nachbeobachtung nach 6 Monaten. Von den 303 randomisierten Patienten (Durchschnittsalter 58,3 Jahre; 170 Frauen [56,1%]) schlossen 221 (78,1%) die Studie ab. In der Gruppe mit Intensivberatung erreichten 51 Patienten (34,5%) den primären Endpunkt, in der Gruppe mit Standardberatung waren es 29 (21,5%; Differenz 13,0%; 95%-KI 3,0–23,3; OR 1,92; 95%-KI 1,13–3,27; p<0,02). In der Gruppe mit intensiver Beratung lag die mediane Anzahl der vollständig absolvierten Beratungsgespräche bei 8 (IQR 4–11). Insgesamt 97 der intensiv beratenen Patienten (77,0%) im Vergleich zu 68 Personen in der Gruppe mit Standardberatung (59,1%) hatten nach eigenen Angaben Medikamente zur Unterstützung bei der Entwöhnung eingesetzt (Differenz 17,9%; 95%-KI 6,3–29,5; OR 2,31; 95%-KI 1,32–4,04; p=0,003). Die nachteiligen Ereignisse, die am häufigsten beobachtet wurden, waren Übelkeit (13 in der Gruppe mit Intensivberatung vs. 6 in der Gruppe mit Standardberatung), Exanthem (4 vs. 1), Schluckauf (4 vs. 1), orale Reizung (4 vs. 0), Schlafprobleme (3 vs. 2) und lebhafte Träume (3 vs. 2). Fazit Bei Rauchern mit einer Krebsdiagnose scheint eine anhaltende im Vergleich zu einer zeitlich begrenzten Beratung sowie die Versorgung mit kostenfreien pharmakologischen Hilfen zur Nikotinentwöhnung zu einem größeren Erfolg zu führen als eine zeitlich begrenzte Beratung und lediglich der Hinweis auf Hilfsmittel. (ac) Autoren: Park ER et al. Korrespondenz: Elyse R. Park; [email protected] Studie: Effect of Sustained Smoking Cessation Counseling and Provision of Medication vs Shorter-term Counseling and Medication Advice on Smoking Abstinence in Patients Recently Diagnosed With CancerA Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA 2020;324(14):1406–1418. Web: https://doi.org/10.1001/jama.2020.14581
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