Nikotinentwöhnung bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung16. November 2018 © nito – fotolia.com Die Untersuchung einer realen, prospektiv beobachteten Kohorte von Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), denen keine spezielle Maßnahme der Raucherentwöhnung angeboten wurde, hat ernüchternde Erkenntnisse gebracht: Die Mehrheit der in die Beobachtung eingeschlossenen COPD-Patienten änderte ihren Nikotinkonsum tatsächlich nicht. Als Hauptdeterminanten für den Status des Nikotinkonsums bei COPD identifizierten die Studienautoren Expektoriation bei Einschluss in die Untersuchung sowie Angstgefühle und Dyspnoe bei Alltagstätigkeiten. Bei der CHAIN-Studie (COPD History Assessment in Spain) handelt es sich um eine spanische Multicenter-Studie mit aktiv und ehemals rauchenden COPD-Patienten. Der Status des Nikotinkonsums wird mittels Anamnese und CO-Oximeter festgestellt. Die klinische Präsentation und der Einfluss der Erkrankung wurden mithilfe validierter Fragebögen erfasst (London Chest Activity of Living Daily [LCADL], Hospital Anxiety and Depression Scale [HADS]). Es wurde keine spezifische Maßnahme im Hinblick auf eine Nikotinentwöhnung durchgeführt. Faktoren, die mit den klinischen Folgen einer Entwöhnung assoziiert sind, wurden anhand von multivariaten Regressions- und Entscheidungsbaumanalysen ermittelt. Eingeschlossen in die Studie wurden 81 COPD-Patienten; 80,8 % waren Männer, das Durchschnittsalter lag bei 65,2 Jahren, die 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) im Mittel bei 60,2 %. Während der 2-jährigen Nachbeobachtung zeigte die Mehrheit der Patienten immer noch denselben Nikotinkonsum wie zuvor. Die Entscheidungsbaumanalyse ergab als relevanteste Variable, mit der sich zukünftige standhafte Nichtraucher identifizieren lassen, Expektoration zu Beginn der Untersuchungen. An zweiter Stelle folgte der LCADL-Fragebogen mit einem Cutoff-Wert von 9 Punkten. Der HADS-Score für Angstgefühle insgesamt erwies sich als relevantester klinischer Einfluss im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Raucherentwöhnung, gefolgt von LCADL-Fragen mit einem Cutoff-Wert von 10 Punkten. Fazit Ohne spezielle Maßnahmen ändert die Mehrheit der COPD-Patienten ihr Rauchverhalten nicht. Autoren: Martínez-González C et al. Korrespondenz: Dr. Jose Luis Lopez-Campos, Hospital Universitario Virgen del Rocío/Universidad de Sevilla, Avda Manuel Siurot, s/n 41012, Sevilla, Spanien; [email protected] Studie: Changes and Clinical Consequences of Smoking Cessation in Patients With COPD: A Prospective Analysis From the CHAIN Cohort Quelle: 2018;154(2):274–285. Web: journal.chestnet.org
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