NMC-Tumore ​Studie: Neue Ansätze für gezielte Krebstherapie

In einem großangelegten Testverfahren haben Forscher der Uniklinik Köln die Wirksamkeit von mehr als 1500 Substanzen auf unterschiedliche Krebszellen untersucht, um eine Grundlage für die Entwicklung neuer Therapieformen für NMC-Tumore zu finden.

Die Präzisionsmedizin, bei der die Therapie speziell auf den einzelnen Patienten ausgerichtet wird, gewinnt in der Krebstherapie immer mehr an Bedeutung. Durch molekularbiologische Diagnostik können Veränderungen in Tumorzellen heute genau identifiziert werden. Die Entwicklung von Medikamenten, die individuell und gezielt diese veränderten Tumorzellen angreifen, benachbarte gesunde Zellen jedoch nicht beeinträchtigen, ist ein wesentliches Ziel der modernen Krebsmedizin.

Wissenschaftler des Institutes für Pathologie und der Abteilung „Translationale Genomik“ an der Uniklinik Köln in den Arbeitsgruppen von Prof. Roman Thomas und Prof. Martin Sos führten das Testverfahren in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dortmund, dem Lead Discovery Center Dortmund und weiteren internationalen Gruppen durch. Die Forscher identifizierten dabei einen Hemmstoff, der spezifisch das Wachstum von Zellen einschränkt, in denen eine Fusion der Proteine BRD4 und NUT vorliegt.

Die resultierenden BRD4/NUT-Fusionsgene sind charakteristisch für NMC-Tumore. NMC (NUT midline carcinoma) ist ein seltener, sehr aggressiver Krebs, der oftmals vom Deckgewebe der Schleimhäute in Rachen und Hals ausgeht und für den es laut den Studienautoren bislang keine wirksame Therapie gibt.

Die Wissenschaftler konnten die molekularen Grundlagen, die für die Wirksamkeit des Hemmstoffes ursächlich sind, nun näher beleuchten. Die Erkenntnisse aus dieser Studie bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer, verbesserter Therapieformen für die bislang in der Regel tödlich verlaufende Krebsform NMC.

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