Noch 7,6 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoff auf Lager2. Juni 2026 Symbolbild (Foto: wetzkaz/stock.adobe.com) Obwohl die COVID-19-Pandemie schon länger vorbei ist, existieren noch immer Impfstoffdosen aus staatlichen Großbeschaffungen. Beeinträchtigen Sparpläne bei einem wichtigen Hersteller die Vorsorge für künftige Krisen? Gut drei Jahre nach Ende der COVID-19-Pandemie gibt es weiter Impfstoffvorräte im zentralen Lager des Bundes. Dort befinden sich noch 7,6 Millionen Dosen des Präparates Comirnaty LP.8.1 des Herstellers Biontech, wie das Bundesministerium für Gesundheit auf Anfrage mitteilte. Weitere Lieferungen an den Bund erfolgen demnach nicht mehr, da die Erfüllung laufender Verträge abgeschlossen ist. Der Bund stellt die Impfdosen auf Bestellung bereit. Die in der akuten Krise massive Nachfrage ist seit Längerem deutlich zurückgegangen.Mit Blick auf die Vorsorge für künftige Pandemien stehen geplante Einschnitte bei Biontech-Produktionsstätten unter Beobachtung. Sollte das Unternehmen aufgrund angekündigter Standortschließungen die Voraussetzungen für einen bestehenden Bereitschaftsvertrag nicht mehr erfüllen können, müssten mögliche Konsequenzen geprüft werden, hieß es aus dem Ministerium. Vorsorge-Verträge mit drei Herstellern Paula Piechotta (Foto: Philip Knoll) Die Bundesregierung hat Verträge mit drei in Deutschland ansässigen Firmen, die im Fall einer Pandemie den Abruf vorgehaltener Produktionskapazitäten für Impfstoffe sichern. Neben Biontech sind dies IDT Biologika und Wacker/Corden Pharma. Biontech hatte kürzlich angekündigt, die deutschen Produktionsstätten seines COVID-19-Impfstoffes zu schließen. Die Herstellung soll künftig vollständig über Standorte des US-Partners Pfizer in Europa und den Vereinigten Staaten laufen.Paula Piechotta (Grüne), Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag, erklärte, die Bereitschaftsverträge seien eine der Lehren aus der Pandemie, damit in der nächsten Krise ausreichend Produktionskapazitäten auf europäischem Boden bereitgestellt werden können. Nachdem andere Hersteller schon ausgestiegen seien, drohe der relevanteste verloren zu gehen, warnte sie mit Blick auf Biontech. „Die Bundesregierung muss prüfen, ob sie über das Einfordern der Pandemiebereitschaftsverträge Biontech zwingen kann, Produktionskapazitäten in Deutschland zu erhalten.“Dies gelte auch, wenn die Versuchung groß sei, angesichts der Haushaltslage dafür vorgesehene Millionen einfach einzusparen, erklärte Piechotta. Im Etat 2026 sind für die Finanzierung von Pandemiebereitschaftsverträgen insgesamt 336 Millionen Euro veranschlagt und für 2027 rund 175 Millionen Euro. Die Verträge laufen nach Ministeriumsangaben zwischen 2027 und 2029 aus.
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