Notfallhilfe für autistische Menschen31. Dezember 2021 Carola Niekisch (l.) entwickelte gemeinsam mit dem Medizininformatik-Studenten Tino Nicksch und der Akademischen Mitarbeiterin Dr. Katja Orlowski eine App als digitalen Gesundheitspass für Menschen mit Autismus. (Foto: Bianca Kahl – THB) Die Unternehmerin Carola Niekisch hat gemeinsam mit der Technischen Hochschule Brandenburg einen digitalen Gesundheitspass entwickelt, der Menschen mit Autismus in Notsituationen helfen könnte. „Menschen mit Autismus verhalten sich unter Umständen nicht so, wie es erwartet wird. Das betrifft zum Beispiel Notfallsituationen, in denen sie sehr aufgeregt sein können und dann am besten nicht angefasst werden sollten“, erklärt Carola Niekisch, die einen autistischen Sohn großgezogen hat. Aufgrund der eigenen Erfahrungen und der damit verbundenen Schwierigkeiten gründete sie die „Selbsthilfegruppe Autismus Brandenburg“, hält Vorträge und hat ein Kinderbuch geschrieben. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Brandenburg hat Niekisch nun eine App entwickelt, mit deren Hilfe sich Menschen mit Autismus in Notfallsituationen ausweisen können: den digitalen Gesundheitspass. Die Verantwortung dafür tragen die Akademische Mitarbeiterin Dr. Katja Orlowski sowie der Medizininformatik-Student Tino Nicksch. Mit der App kann ein individueller QR-Code erzeugt werden. Dieser liefert wichtige Informationen zur Person und zu besonderen Verhaltensweisen in Notsituationen. Das könnte zum Beispiel bei Problemen während der Fahrkartenkontrolle im Öffentlichen Nahverkehr helfen. Außerdem werden Kontaktdaten von Angehörigen bereitgestellt, sodass diese bei Bedarf informiert werden können. Der digitale Gesundheitspass hält zwei verschiedene Varianten des QR-Codes bereit, die entweder online oder offline genutzt werden können. Der jeweilige QR-Code kann vorgezeigt werden, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Er verweist entweder auf eine dynamische Webseite und zeigt dort die eingegebenen Daten an oder öffnet eine Textdatei auf dem Smartphone, sofern keine Internetverbindung besteht. „Perspektivisch könnten wir die Informationsübermittlung auch mithilfe des generierten QR-Codes auf einem Armband, Schlüsselanhänger, Anstecker oder an einer Halskette lösen“, erklärt Orlowski und Niekisch ergänzt: „Ebenso kann ich mir ganz andere Aufgabenbereiche vorstellen, zum Beispiel als Medikamentenausweis für chronisch Kranke oder in Situationen, wenn demenzkranke Menschen das Pflegeheim verlassen und sich verirren.“ Aktuell sucht die Initiatorin nach Finanzierungsmöglichkeiten für die Weiterentwicklung der App. Der bisherige Stand konnte mithilfe des Brandenburgischen Innovationsgutscheines verwirklicht werden, über den unter anderen Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Digitalisierungsmaßnahmen von kleinen und mittelständischen Unternehmen gefördert werden.
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