NRW-Regionalkongress für Urologie fällt 2021 aus

Münster als Tagungsort für die NRW-Urologen bleibt auch 2022 erhalten. Foto: ©Sina Ettmer – stock.adobe.com

Sie waren die letzten, die dieses Jahr im März noch einen urologischen Regionalkongress durchführten – jetzt sind die Urologen aus Nordrhein-Westfalen die ersten, die wegen Corona ihren Jahreskongress 2021 absagen.

Offiziell ist von einer “Verschiebung” die Rede, aber da der nächste Kongress dann genau ein Jahr später, nämlich vom 7. bis 8. April 2022 stattfinden soll, fällt das Regionaltreffen der nordrhein-westfälischen Gesellschaft für Urologie (NRWGU) im nächsten Jahr faktisch aus. Es soll jedoch nach Angaben des Veranstalters Interplan “eine Webinar-Reihe zu kontroversen Themen der Urologie” geben, “um einen Bogen zu dem Termin im Jahr 2022 zu spannen” Die Halle Münsterland in Münster bleibt als Standort erhalten.

Gesundheit und Prävention hätten Priorität, betont der Veranstalter. “Darüber hinaus möchten wir allen Teilnehmern und Partnern eine Planungssicherheit geben”, heißt es in der Verschiebungsmitteilung. Auch finanzielle Gründe mögen zu der frühen Absage geführt haben: “Die Stornierungsbedingungen 2021 sind aktuell für unsere Fachgesellschaft schmerzlos vertretbar”, schreiben die Kongresspräsidenten Dr. Alfons Gunnemann (Detmold) Dr. Bernt Göckel-Beining (Horn-Bad Meinberg) in einem offiziellen Statement.

Das Hybridkonzept aus Live-Sendungen, besprochenen Powerpoint-Einspielungen und Webinaren, mit dem die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) vor Kurzem ihre 72. Jahrestagung abhielt(wir berichteten), “ist leider nicht 1:1 auf eine Regionalgesellschaft  übertragbar”, betonen die Präsidenten. “Unser traditioneller Kongress lebt durch den direkten kollegialen Austausch und das Miteinander. Niemand kann sich jetzt im Anstieg  der zweiten Pandemiewelle auch unter den optimalsten Hygienekonzepten einen erfolgreichen Kongress vorstellen.”

Nebenbei kann man an der Absage eines medizinischen Kongresses fast ein halbes Jahr im Voraus in der Situation steigender Inzidenzzahlen ablesen, wie lange die Corona-Krise die Welt der Fachkongresse wohl noch in ihrem Bann halten wird.

(ms)