Obduktion nach COVID-19: Lange persistierende Infektion möglich11. April 2023 © Kirsty Pargeter – stock.adobe.com (Symbolbild) COVID-19 verursacht bekanntermaßen während einer akuten SARS-CoV-2-Infektion Funktionsstörungen mehrerer Organe, wobei bei einigen Patienten anhaltende Symptome auftreten, die als postakute Folgen bezeichnet werden. Die Infektionslast außerhalb der Atemwege und die Zeit bis zur Virus-Clearance waren jedoch insbesondere im Gehirn noch nicht gut charakterisiert worden, weshalb sich darum nun Sydney Stein vom National Institutes of Health (USA) und ihre Mitarbeiter kümmerten. Sie fanden heraus, dass SARS-CoV-2 bei einigen der Patienten eine systemische Infektion verursacht und monatelang im Körper persistieren kann. Die Wissenschaftler führten an 44 Patienten, die an COVID-19 gestorben waren, Obduktionen durch und entnahmen von 11 dieser Patienten umfangreiche Proben des Zentralnervensystems. Die Proben stammten von der akuten Infektion bis >7 Monate nach Beginn der Symptome und dienten sowohl der Kartierung als auch Quantifizierung der SARS-CoV-2-Verteilung, -Replikation und -Zelltypspezifität im menschlichen Körper und Gehirn. Es gelang den Autoren aufzudecken, dass SARS-CoV-2 vor allem bei Patienten, die an schweren COVID-19-Verläufen verstorben waren, weit im Körper verbreitet war und die Virusreplikation bereits früh während der Infektion in mehreren respiratorischen und nichtrespiratorischen Geweben, einschließlich dem Gehirn, stattfand. In einem Fall wies das Team sogar noch 230 Tage nach dem Auftreten erster Symptome persistierende SARS-CoV-2-RNA an mehreren Stellen im Körper und im gesamten Gehirn nach. Trotz der ausgedehnten Verteilung der SARS-CoV-2-RNA im Körper der Verstorbenen fanden die Forschenden außerhalb der Atemwege aber kaum Hinweise auf eine Entzündung oder eine direkte virale Zytopathologie. Fazit Die Forschenden fanden heraus, dass SARS-CoV-2 bei einigen Patienten monatelang im Körper persistieren kann und sich früh während der Infektion in mehreren respiratorischen und nichtrespiratorischen Geweben, einschließlich des Gehirns, repliziert. Obwohl das Virus weit verbreitet war, gab es außerhalb der Atemwege kaum Hinweise auf eine Entzündung oder eine direkte virale Schädigung. (sh) Autoren: Stein SR et al. Korrespondenz: Daniel Chertow; [email protected] Studie: SARS-CoV-2 infection and persistence in the human body and brain at autopsy Quelle: Nature 2022;612(7941):758–763. Web: https://doi.org/10.1038/s41586-022-05542-y
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