Obstruktive Schlafapnoe erhöht Risiko für Verkehrsunfälle

Dass Patientinnen und Patienten, die an einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) leiden, auch ein erhöhtes Risiko für Unfälle im Straßenverkehr besitzen, ist keine neue Erkenntnis. Eine US-amerikanische Arbeitsgruppe liefert aber mit einer kürzlich veröffentlichten Arbeit aktuelle Zahlen zu diesem Sachverhalt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten für eine neue Kohortenstudie die Daten des Krankenversicherers und Gesundheitsdienstleisters Kaiser Permanente Washington herangezogen, die sie mit Informationen aus dem Washington State Department of Transportation und dort hinterlegten Angaben zu Unfällen mit Kraftfahrzeugen (MVA) verknüpften.

Eingeschlossen in die Auswertung wurden Personen im Alter von 18–79 Jahren aus dem Zeitraum 2005–2014. Ob bei den betreffenden Personen eine OSA vorlag, ermittelten die Forschenden anhand entsprechender Diagnoseschlüssel in den elektronischen Patientenakten.

Daten zum primären Endpunkt – dem MVA während des Nachuntersuchungszeitraumes – wurden über die Aufzeichnungen zu MVA seitens der bundesstaatlichen Behörde ermittelt. MVA-Risikofaktoren wie internistische Erkrankungen und der Einsatz von Medikamenten identifizierten die Forschenden in den Versicherungsdaten.

Bei 879.547 für die Auswertung infrage kommenden Personen lag die nichtadjustierte MVA-Rate für Personen mit OSA bei 238/10.000 Personenjahre und bei denjenigen ohne OSA bei 229/10.000 Personenjahre. Eine OSA-Diagnose war mit einem um 17% erhöhten MVA-Risiko assoziiert (adjustierte HR 1,17; 95 %-KI 1,13–1,20).

Fazit
In dieser Kohortenstudie war die Diagnose einer OSA mit einem erhöhten MVA-Risiko assoziiert. (ac)

Autoren: Pocobelli G et al.
Korrespondenz: Gaia Pocobelli; [email protected]
Studie: Obstructive sleep apnea and risk of motor vehicle accident
Quelle: Sleep Med 2021;85:196–203.
Web: https://doi.org/10.1016/j.sleep.2021.07.019