Obstruktive Schlafapnoe: Müller-Versuch und Somno-Endoskopie23. Januar 2018 Foto: ©Stockwerk-Fotodesign – Fotolia.com In einer in „Auris Nasus Larynx” veröffentlichten Studie haben koreanische Forscher das Ausmaß und den Schweregrad der Obstruktion der oberen Atemwege bei Patienten mit obstruktive Schlafapnoe untersucht. Sie wandten hierzu zwei Untersuchungsmethoden an: Den Müller-Versuch (forciertes Einatmen bei geschlossenem Mund und verschlossener Nase) und die Somno-Endoskopie (drug-induced sleep endoscopy). Hintergrund der Studie ist die Suche nach einer Methode zur Bestimmung für die Chirurgie geeigneter Areale der oberen Atemwege. An der Untersuchung nahmen insgesamt 80 Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe teil, die zwischen März 2013 und März 2014 die HNO-Abteilung im Kyung Hee Medical Center in Seoul konsultierten und sich dort einer Polysomnographie unterzogen. Die jeweiligen Ausmaße der Obstruktion – gemessen mittels Müller-Versuch – wurden in drei unterscheidlichen Kategorien klassifiziert: retropalatal, lateral sowie retroglossal. Diese Level wurden mit denen verglichen, die mittels Somno-Endoskopie bestimmt wurden. Dazu bedienten sich die Forscher der VOTE-Klassifizierung. Basierend auf den aus Müller-Versuch und Somno-Endoskopie resultierenden Ergebnissen, zeigten laterale und retropalatale Obstruktionslevel eine hohe Konformität, während die retroglossale Obstruktion starke Unterschiede aufwies. Bei Untersuchung auf jedem einzelnen Level zeigten Patienten mit Obstruktion beim Müller-Versuch ebenso eine partielle oder komplette Obstruktion bei der Somno-Endoskopie; Patienten ohne Obstruktion bei Somno-Endoskopie zeigten auch im Müller-Versuch keine Obstruktion. Beide Untersuchungsmethoden offenbaren in allen Fällen die gleichen Obstruktionslevel, mit Ausnahme des epiglottalen Levels; jedoch gab es einige Unterschiede im Schweregrad der Obstruktionen. Der Müller-Versuch ist imstande, das Ausmaß der Obstruktionen der oberen Atemwege aufzuzeigen und kann daher angewendet werden, wenn es darum geht, das Areal für einen chirurgischen Eingriff zu bestimmen. Der Müller-Versuch bietet sich besonders dann an, wenn die Somno-Endoskopie aufgrund des Zustandes des Patienten oder der Gegebenheiten der Klinik keine Anwendung finden kann. (am) Quelle: Jung et al. Auris Nasus Larynx. 2017 Oct;44(5):571-575.
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