Obstruktive Schlafapnoe trägt zum kognitiven Verfall bei Senioren bei

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Anhand von Daten aus der HypnoLaus-Studie, in der die Prävalenz schlafbezogener Atmungsstörungen in der Allgemeinbevölkerung ermittelt wurde, haben die Verfasser einer aktuellen Arbeit die Zusammenhänge zwischen der Obstruktiven Schlafapnoe (OSA) und kognitiven Veränderungen im Zeitverlauf untersucht. Die Stichprobe bildeten Senioren, die nicht in Pflegeeinrichtungen lebten.

Die Studienautoren konnten in ihrer nun vorgelegten Forschung belegen, dass OSA und nächtliche Hypoxämie zum kognitiven Verfall bei älteren Menschen beitragen. Über diesen Effekt der OSA war laut den Verfassern der neuen Studie in der Vergangenheit immer wieder kontrovers diskutiert worden.

Im Detail bewertete man Zusammenhänge zwischen polysomnographischen Parametern einer OSA (Atmung/Hypoxämie und Schlaffragmentierung) und kognitiven Veränderungen über einen Zeitraum von 5 Jahren. Zuvor wurden potenzielle Störfaktoren ausgeschlossen. Der primäre Endpunkt bestand in der jährlichen Veränderung der Werte für die kognitive Leistungsfähigkeit. Außerdem berücksichtigten die Wissenschaftler mögliche Einflüsse von Alter, Geschlecht und Status bezüglich Apolipoprotein E4 (ApoE4).

Die Analyse bezog sich auf 358 Personen ohne Demenz (42,5% Männer) mit einem Durchschnittsalter von 71 Jahren (SD 4,2). Eine niedrigere mittlere periphere Sauerstoffsättigung (SpO2) während des Schlafes war mit einem steileren Abfall der Werte beim Mini-Mental-Status-Test zur Bewertung einer Demenz assoziiert (B=−0,12; p=0,004) sowie beim Stroop-Test (Condition 1: B=0,53; p=0,002) und beim Free and Cued Selective Reminding Test (B=−0,05; p=0,008). Eine längere Zeit mit einer SpO2 im Blut <90% während des Schlafes stand mit einer stärkeren Abnahme der Werte beim Stroop-Test in Zusammenhang (B=0,47; p=0,006).

Die weitere Auswertung ergab, dass der Apnoe-Hypopnoe-Index und der Sauerstoffentsättigungs-Index nur bei älteren Teilnehmern, bei Männern und ApoE4-Trägern mit einem stärkeren Rückgang der globalen kognitiven Funktion, der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der exekutiven Funktion verbunden waren.

Fazit
Die Studienautoren konnten in ihrer nun vorgelegten Forschung belegen, dass OSA und nächtliche Hypoxämie zum kognitiven Verfall bei älteren Menschen beitragen. Über diesen Effekt der OSA war laut den Verfassern der neuen Studie in der Vergangenheit immer wieder kontrovers diskutiert worden. (ac)

Autoren: Marchi NA et al.
Korrespondenz: Nicola Andrea Marchi; [email protected]
Studie: Obstructive sleep apnoea and 5-year cognitive decline in the elderly
Quelle: Eur Respir J 2023;61(4):2201621.
Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01621-2022