Obstruktive Tubendysfunktion: Ballondilatation plus medikamentöses Management15. August 2019 Foto: ©boscorelli/Adobe Stock Bis zu 5 Prozent aller Erwachsenen sind von einer obstruktiven Tubendysfunktion betroffen, doch den gegenwärtig verfügbaren Behandlungsoptionen sind, so die Autoren einer kürzlich in „Otolaryngology – Head and Neck Surgery“ veröffentlichten Studie, Grenzen gesetzt. In einer früheren Untersuchung wurde berichtet, dass eine Dilatation der eustachischen Röhre mittels Ballonkatheter plus medikamentöses Management zu einem signifikant höheren Anteil an Patienten mit normalem Tympanogramm führt, als es bei alleiniger medikamentöser Therapie der Fall ist (Follow-up in Woche 6 und 24). Die vorliegende Analyse erweitert diese Befunde durch eine Evaluierung der Dauerhaftigkeit der durch Ballondilatation plus Medikament herbeigeführten Besserung (Follow-up bis Woche 52). Im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie an 21 medizinischen Zentren wurden die sekundären und exploratorischen Endpunkte bei Patienten mit obstruktiver Tubendysfunktion erfasst, bei denen eine vorherige rein medikamentöse Therapie nicht zielführend war. Unter den Studienteilnehmern, die randomisiert der Ballondilatation plus Medikament zugeführt wurden, lag die Gesamtzahl der Patienten mit normalem Tympanogramm und normalen Werten im ETDQ-7 (Eustachian Tube Dysfunction Questionnaire-7) in Woche 6 und Woche 52 ungefähr gleichauf: Im Tympanogramm 73 von 143 (51,0 %) gegenüber 71 von 128 (55,5 %), im ETDQ-7 79 von 142 (55,6 %) gegenüber 71 von 124 (57,3 %). Auch die Gesamtzahl der Ohren mit normalem Tympanogramm erwies sich als vergleichbar zur früheren Studie: 117 von 2014 (57 %) gegenüber 119 von 187 (63,6 %). Die vorliegende Studie weist nach Ansicht der Autoren darauf hin, dass die positiven Wirkungen der Ballondilatation plus Medikament bei Patienten mit refraktärer Tubendysfunktion zu einer Normalisierung des Tympanogramms führen; dieser Effekt zeige eine signifikante Langlebigkeit und erweise sich auch über 52 Wochen als klinisch relevant. (am)
Mehr erfahren zu: "Kopf-Hals-Tumorzentrum Dresden setzt auf personalisierte und interdisziplinäre Krebsmedizin" Kopf-Hals-Tumorzentrum Dresden setzt auf personalisierte und interdisziplinäre Krebsmedizin Komplexe Fälle in der Kopf-Hals-Onkologie und veränderte Patientenprofile erfordern individuellere Therapie. Das Kopf-Hals-Tumorzentrum der Uniklinik Dresden setzt auf interdisziplinären Austausch mit Zuweisenden und Fachkollegen.
Mehr erfahren zu: "iGAS-Infektionen: Antibiotika bei Halsschmerzen ohne Effekt auf Inzidenz" iGAS-Infektionen: Antibiotika bei Halsschmerzen ohne Effekt auf Inzidenz Bei unkomplizierten Halsschmerzen haben Antibiotika nur einen sehr begrenzten Effekt auf die Ausbreitung von Streptokokken oder die Inzidenz invasiver Streptokokken-Infektionen (iGAS). Zu diesem Ergebnis kommt eine schwedische Studie.
Mehr erfahren zu: "Mikroplastik verändert Reaktion des Körpers auf Allergene" Mikroplastik verändert Reaktion des Körpers auf Allergene Eine Studie am Mausmodell zeigt den Einfluss von Mikroplastik-Partikeln auf Immunantwort und Entzündungen der Atemwege: Die Partikel bleiben in der Lunge der Mäuse und kann die Allergie-Immunreaktion verändern.