Ohne GLUT1 weniger Schutz: Wie ein Eiweiß die Funktion des Immunsystems beeinflusst27. Februar 2024 Darstellung eines Antikörper produzierenden B-Lymphozyten. (Abbildung: © Aradia/stock.adobe.com) Erlanger Forschende haben herausgefunden, dass ein Eiweiß namens Glukosetransporter 1 (GLUT1) für die Funktionsfähigkeit bestimmter Zellen des Immunsystems, den Antikörper-produzierenden B-Lymphozyten, von großer Bedeutung ist. GLUT1 sorgt dafür, dass Glukose ins Innere von B-Lymphozyten gelangt und diese mit Energie versorgt werden. Mangelt es ihnen an GLUT1, gelangt weniger Glukose ins Zellinnere und die B-Lymphozyten können ihre Aufgaben als Zellen des erworbenen Immunsystems, die sich nach einer Impfung oder nach Kontakt mit einem Krankheitserreger zu Antikörper-produzierenden Plasmazellen entwickeln, schlechter erfüllen. Den Einfluss eines GLUT1-Mangels auf B-Lymphozyten hat das Forschungsteam der Abteilung für Molekulare Immunologie des Uniklinikums Erlangen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter Leitung von Dr. Katharina Pracht an einem präklinischen Modell untersucht, bei dem GLUT1 nur in B-Lymphozyten ausgeschaltet ist: Die B-Lymphozyten wurden schlechter aktiviert und produzierten nach einer Impfung weniger schützende Antikörper. Einer der Gründe für die verminderte Aktivität der B-Lymphozyten ist, dass sie sich ohne den Zucker, der mithilfe von GLUT1 in die Zellen gelangt, nur vermindert vermehren konnten und sich schlechter zu Antikörper-produzierenden Zellen entwickelten. Neben der verringerten Energieversorgung der Zellen bei einem GLUT1-Mangel stellten die Erlanger Wissenschaftler fest, dass den B-Lymphozyten durch einen schlechteren Stoffwechsel auch bestimmte Bausteine für ihr Wachstum fehlten. Die FAU-Studie zeigt somit, dass ein Glukosemangel in B-Lymphozyten auch Signalwege und Prozesse beeinflusst, die nicht allein der Energiegewinnung dienen. Dies kann langfristig zu einer veränderten Aktivität der B-Lymphozyten und der Antikörper führen. Diese Ergebnisse tragen nicht nur zu einem grundlegenden Verständnis des erworbenen Immunsystems bei, sie sind auch für Menschen mit dem seltenen GLUT1-Defizienz-Syndrom von Bedeutung, die durch Mutationen in der GLUT1-Gensequenz verursacht wird. Über den Einfluss der GLUT1-Mutation auf die Langzeitwirkung von Impfungen oder auf die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen, die sich oft erst in höherem Alter zeigen, kann derzeit jedoch noch keine Aussage getroffen werden.
Mehr erfahren zu: "Sind Ärzte-Siegel des „Focus“ irreführend?" Sind Ärzte-Siegel des „Focus“ irreführend? Testsiegel für Ärzte unterliegen strengen Anforderungen sowohl in Bezug auf das zugrundeliegende Testverfahren als auch die Gestaltung der Test-Logos. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil zu Ärzte-Siegeln der […]
Mehr erfahren zu: "RKI: Hitze verursachte in diesem Sommer bereits fast 10.000 Tote" RKI: Hitze verursachte in diesem Sommer bereits fast 10.000 Tote Mehrere Tausend Menschen sind laut RKI in diesem Jahr an den Folgen großer Hitze gestorben – mehr als in jedem Gesamtjahr seit 2016. Besonders betroffen sind ältere Menschen.
Mehr erfahren zu: "GLP-1-Rezeptoragonisten bei Typ-2-Diabetes mit erhöhtem Risiko für Haarausfall assoziiert" GLP-1-Rezeptoragonisten bei Typ-2-Diabetes mit erhöhtem Risiko für Haarausfall assoziiert Der Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) ist bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes mit einem erhöhten Risiko für Haarausfall (Alopezie) verbunden. Das absolute Risiko sei laut Forschenden zwar gering, dennoch könnte die Kenntnis […]