Onkologie und Wirkstoff-Forschung: Gemeinsame Erfolge bei seltenem Magen-Darm-Krebs

Mikroskopische Aufnahme eines malignen gastrointestinalen Stromatumors mit Spindelzellen. (Abbildung: © Lisa/stock.adobe.com)

Forschenden haben eine neue Form von Resistenzmechanismen identifiziert, die erklären, warum Patienten, die an gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) erkrankt sind, auch auf neueste Therapien nicht mehr ansprechen.

Wie lassen sich gastrointestinale Stromatumoren (GIST) behandeln und neue Therapien entwickeln? Diesen Fragen gehen die Arbeitsgruppen von Prof. Daniel Rauh (TU Dortmund) und Prof. Sebastian Bauer (Westdeutsches Tumorzentrum, UK Essen und Medizinische Fakultät Universität Duisburg-Essen) gemeinsam nach. Seit mehr als zehn Jahren kämpfen die Essener Onkologie und die Dortmunder Wirkstoffforschung gegen GIST. Aktuelle Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit wurden jetzt im „Journal of Clinical Oncology” und in „Nature Communications” veröffentlicht.

Unter Bauers Federführung haben die Forschenden nun eine völlig neue Form von Resistenzmechanismen entdeckt, die erklären, warum GIST-Patienten auch auf neueste Therapien nicht mehr ansprechen. Diese Arbeit stellt eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapien dar.

Die zweite Arbeit unter Rauhs Leitung beschäftigt sich mit dem Bindungsmodus des neu zugelassenen Arzneistoffs Avapritinib, bei dem bereits nach kurzer Zeit Resistenzmutationen aufgetreten sind. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung innovativer Wirkstoffe, die diese Resistenzen umgehen können.

Beide Publikationen sind das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen den Onkologen in Essen und den Wirkstoff-Forschern in Dortmund. Während Bauer mit seinem Team vor allem klinisch arbeitet, deshalb sehr nah an den GIST-Patienten ist und genetische Tumormodelle entwickelt, mit denen die Wirkstoffresistenzen untersucht werden können, fokussiert sich das Team um Rauh auf die molekularen Ursachen dieser Resistenzmutationen. Mit Röntgenstrukturanalysen und präparativer organischer Synthese entwickeln die Forschenden zielgerichtet Wirkstoffe, die in der Lage sind, die Resistenzen bei GIST zu umgehen und damit neue Ansatzpunkte für die Entwicklung zukünftiger Medikamente zu liefern.

Die gemeinsamen Arbeiten haben wesentlich dazu beigetragen, die molekularen Mechanismen hinter den Resistenzmutationen bei GIST zu verstehen und damit die Entwicklung neuer Ansätze zu ihrer Überwindung zu ermöglichen. Die Forschungsarbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Drug Discovery Hub Dortmund (DDHD), dem NRW-Programm „Netzwerke 2021“ (CANTAR) sowie dem Mercator Research Center Ruhr (IGNITE) unterstützt.