Optimaler Adhärenz-Treshold bei entzündlichen Darmerkrankungen: Schwellenwert für TNF-Inhibitoren ermittelt10. September 2018 © Adiano – fotolia.com Wie US-amerikanische Wissenschaftler berichten, erhalten Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung (inflammatory bowel disease [IBD]) häufig Biologika in Form von monoklonalen Antikörpern gegen den Tumornekrosefaktor alpha. Wird dieses Medikament nicht regelmäßig subkutan verabreicht, kann es zu einer Entwicklung von Antikörpern gegen dieses Medikament kommen, was den Therapieerfolg deutlich mindert. Allerdings sei bislang nur wenig über einen optimalen Aufrechterhaltungs-Level bei einer entzündlichen Darmerkrankung bekannt. Wie die Autoren in ihrer Studie feststellten, hatten die Patienten, die ihre Behandlung durchschnittlich um 2 Tage verzögerten, ein signifikant höheres Risiko eines Aufflammens ihrer Erkrankung. Die Daten für ihre Untersuchung stammten aus der Truven Health MarketScan Commercial Claims and Encounters Datenbank und bezogen sich auf die Jahre 2009 bis 2013. Die Aufrechterhaltung der Therapie wurde anhand der Medication Possession Ratio (MPR) vom Beginn der Behandlung bis zum erneuten Aufflammen der Erkrankung berechnet. Jegliche Einweisung ins Krankenhaus oder das Verschreiben eines Steroids >90 Tage nach Beginn der Behandlung wurde als „Aufflammen“ definiert. Von insgesamt 6048 Patienten hatten 5325 Adalilumab (ADA) und 723 Certolizumab (CZP) verschrieben bekommen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 41 Jahre (± 15) und 54 % waren weiblich. Der optimale MPR betrug für ADA 0,86 und für CZP 0,87. Es befanden sich 24 % der Patienten unterhalb dieses Levels. Eine Angleichung für Alter, Geschlecht und weitere Medikamente bei Therapiebeginn wurde durchgeführt. Danach hatten Patienten, die oberhalb dieses MPR-Levels lagen, bei ADA-Therapie ein 25 % geringeres Risiko eines Wiederaufflammens ihrer Erkrankung (Hazard Ratio [HR] 0,75; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,67–0,83; p<0,01) und bei CZP-Therapie ein 41 % geringeres Risiko (HR 0,59; 95 %-KI 0,46–0,76; p<0,01). Fazit Bei der unregelmäßigen Biologika-Applikation bei IBD-Patienten kann es zu einer Antikörperbildung gegen das Medikament kommen. Weitere Studien sind erforderlich, um die Adhärenz in dieser Patientengruppe zu verbessern, so das Fazit der Autoren. Autoren: Govani SM et al. Korrespondenz: Dr. Shail Govani, Department of Internal Medicine, University of Michigan, Ann Arbor, MI, USA; [email protected] Studie: Defining an Optimal Adherence Threshold for Patients Taking Subcutaneous Anti-TNFs for Inflammatory Bowel Diseases Quelle: Am J Gastroenterol 2018 Feb;113(2):276-282. Web: www.nature.com/ajg
Mehr erfahren zu: "Till Roenneberg auf der DGSM-Jahrestagung: „Unser Körper und unser Büro liegen oft in verschiedenen Zeitzonen“" Till Roenneberg auf der DGSM-Jahrestagung: „Unser Körper und unser Büro liegen oft in verschiedenen Zeitzonen“ Warum unser Körper und unser Arbeitsalltag oft „in verschiedenen Zeitzonen“ unterwegs sind und welche Folgen das für Gesundheit, Produktivität und Unternehmen hat, erläutert der Chronobiologe Prof. Till Roenneberg auf der […]
Mehr erfahren zu: "DGSM-Jahrestagung 2026: Schlaf als Karrierefaktor" DGSM-Jahrestagung 2026: Schlaf als Karrierefaktor Guter Schlaf als Voraussetzung von Gesundheit und Produktivität, die Folgen von Schlafmangel oder die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Schlafmedizin: Über diese Themen sprechen die Präsidenten der DGSM-Jahrestagung […]
Mehr erfahren zu: "Diabetes-Implantat: Elektronik statt Medikamente gegen hohen Blutzucker?" Diabetes-Implantat: Elektronik statt Medikamente gegen hohen Blutzucker? Schweizer Forschende haben ein neuartiges, implantierbares System zur Behandlung von Typ‑2‑Diabetes entwickelt. Dabei wandelt ein spezifischer Katalysator Glukose in Glukonat um, welches über die Nieren ausgeschieden werden kann. In diabetischen […]