Optimaler Adhärenz-Treshold bei entzündlichen Darmerkrankungen: Schwellenwert für TNF-Inhibitoren ermittelt

Darm
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Wie US-amerikanische Wissenschaftler berichten, erhalten Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung (inflammatory bowel disease [IBD]) häufig Biologika in Form von monoklonalen Antikörpern gegen den Tumornekrosefaktor alpha. Wird dieses Medikament nicht regelmäßig subkutan verabreicht, kann es zu einer Entwicklung von Antikörpern gegen dieses Medikament kommen, was den Therapieerfolg deutlich mindert.

Allerdings sei bislang nur wenig über einen optimalen Aufrecht­erhaltungs-Level bei einer entzünd­lichen Darmerkrankung bekannt. Wie die Autoren in ihrer Studie feststellten, hatten die Patienten, die ihre Behandlung durchschnittlich um 2 Tage verzögerten, ein signifikant höheres Risiko eines Aufflammens ihrer Erkrankung.

Die Daten für ihre Untersuchung stammten aus der Truven Health MarketScan Commercial Claims and Encounters Datenbank und bezogen sich auf die Jahre 2009 bis 2013. Die Aufrechterhaltung der Therapie wurde anhand der Medication Possession Ratio (MPR) vom Beginn der Behandlung bis zum erneuten Aufflammen der Erkrankung berechnet. Jegliche Einweisung ins Krankenhaus oder das Verschreiben eines Steroids >90 Tage nach Beginn der Behandlung wurde als „Aufflammen“ definiert.

Von insgesamt 6048 Patienten hatten 5325 Adalilumab (ADA) und 723 Certolizumab (CZP) verschrieben bekommen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 41 Jahre (± 15) und 54 % waren weiblich.

Der optimale MPR betrug für ADA 0,86 und für CZP 0,87. Es befanden sich 24 % der Patienten unterhalb dieses Levels. Eine Angleichung für Alter, Geschlecht und weitere Medikamente bei Therapiebeginn wurde durchgeführt. Danach hatten Patienten, die oberhalb dieses MPR-Levels lagen, bei ADA-Therapie ein 25 % geringeres Risiko eines Wiederaufflammens ihrer Erkrankung (Hazard Ratio [HR] 0,75; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,67–0,83; p<0,01) und bei CZP-Therapie ein 41 % geringeres Risiko (HR 0,59; 95 %-KI 0,46–0,76; p<0,01).

Fazit
Bei der unregelmäßigen Biologika-Applikation bei IBD-Patienten kann es zu einer Antikörperbildung gegen das Medikament kommen. Weitere Studien sind erforderlich, um die Adhärenz in dieser Patientengruppe zu verbessern, so das Fazit der Autoren.

Autoren: Govani SM et al.
Korrespondenz: Dr. Shail Govani, Department of Internal Medicine, University of Michigan, Ann Arbor, MI, USA; [email protected]
Studie: Defining an Optimal Adherence Threshold for Patients Taking Subcutaneous Anti-TNFs for Inflammatory Bowel Diseases
Quelle: Am J Gastroenterol 2018 Feb;113(2):276-282.
Web: www.nature.com/ajg

The American Journal of Gastroenterology