Optimierung der kardiovaskulären Prävention von HochrisikopatientInnen an der Charité

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Als eines von sieben an der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelten Forschungsprojekten wird „PräVaNet“ – ein multiprofessionelles, digitalisiertes Programm zur Optimierung der kardiovaskulären Prävention von Hochrisikopatientinnen und -patienten – im Zuge der sechsten Förderwelle des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert.

Im Verlauf des Jahres 2021 nehmen die Projekte ihre Tätigkeit auf. Nach einer Laufzeit von drei bis vier Jahren werden die Vorhaben evaluiert und erfolgreiche Ansätze gegebenenfalls in die Regelversorgung übertragen, wie die Charité vermeldet. Die Charité ist darüber hinaus als Konsortialpartnerin an vier weiteren Projekten im Modul Neue Versorgungsformen beteiligt.

Mit den neuen Förderungen des Innovationsfonds erfährt die Versorgungsforschung an der Charité einen weiteren Zugewinn. Insgesamt 28 Projekte mit Konsortialführung gibt es seit Start der Förderlinien durch den G-BA 2016 nun an der Berliner Universitätsmedizin, davon entfallen 13 Vorhaben auf den Bereich „Neue Versorgungsformen“ und 15 auf den Bereich „Versorgungsforschung“. Während sieben neue Vorhaben in diesem Jahr ihre Arbeiten aufnehmen können, nähern sich Projekte der ersten Förderwelle bereits dem Abschluss und werden zu einer weiteren Verbesserung der deutschen Krankenversorgung beitragen.

„Wie wichtig und notwendig innovative Konzepte und Wissen aus Versorgungsprojekten sind, hat uns die COVID-19-Pandemie eindrücklich vor Augen geführt“, sagt Prof. Martin Möckel, Ärztlicher Leiter der Notfall- und Akutmedizin am Campus Charité Mitte und Campus Virchow-Klinikum sowie Sprecher der Plattform – Charité Versorgungsforschung. „Auch das Voranschreiten der Digitalisierung im Gesundheitssektor schafft beständig neue Notwendigkeiten wie auch Möglichkeiten, die Versorgungslandschaft zu gestalten, intelligente Versorgungsformen zu entwickeln oder bestehende Konzepte weiterzuentwickeln.“

PräVaNet – Gefördertes Projekt im Bereich „Neue Versorgungsformen“

Kardiovaskuläre HochrisikopatientInnen beispielsweise mit Diabetes mellitus bedürfen einer intensivierten Präventionsstrategie, die Lebensstilanpassung, Fähigkeit zum Erkrankungs-Selbstmanagement und eine optimale personalisierte Pharmakotherapie einschließt.

PräVaNet wird mit einem strukturierten, intersektoral verNetzten, multiprofessionellen, digitalisierten Programm zu einer verbesserten kardioVaskulären Prävention beitragen, so die Universitätsmedizin Berlin. Hierfür werden Expertinnen und Experten der Charité mit 50 kardiologischen und diabetologischen Schwerpunktpraxen in Berlin und Brandenburg zusammenarbeiten – unterstützt werde dies durch ein breites, sektorenübergreifendes Konsortium aus Fachverbänden der Herz- und Gefäßmedizin, sowie der Diabetologie.

Nach interdisziplinärer Abstimmung einer personalisierten vaskulären Präventionsstrategie übernimmt eine qualifizierte medizinische Fachangestellte, eine „PräVaNet-Nurse“, in den jeweiligen Praxen die weitere Begleitung der Patientinnen und Patienten, so die Charité. Im Mittelpunkt des intensivierten Versorgungsansatzes stehe „ePrävention“: Dabei kommen digitalisierte Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte sowie EKG-fähige Pulsuhren zum Einsatz und sorgen für ein kontinuierliches Risikofaktorenmonitoring.

Begleitet werde dies von einer individualisiert angeleiteten Umstellung von Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, die am jeweiligen Risikoprofil orientierte Präventionsziele und Risikofaktoreneinstellung anstrebt. Methoden der künstlichen Intelligenz würden die entsprechend eingeschlagene Präventionsstrategie zusätzlich individualisiert anpassen.

Der neue Versorgungsansatz wird zusammen mit der AOK Nordost und der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und Brandenburg erprobt und mit der Standardversorgung verglichen. Die Projektleitung haben Prof. David M. Leistner, Leitender Arzt und Prof. Ulf Landmesser, Direktor Medizinische Klinik für Kardiologie, Campus Benjamin Franklin, inne.