Osteoporose: Neuartiges Hydrogel zur lokalen Knochenverdichtung entwickelt

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Forscher aus Frankreich haben in einem Tierversuch Injektionen eines neuartigen Hydrogels mit systemischen Osteoporose-Medikamenten kombiniert und so eine lokale Zunahme der Knochendichte erreicht.

Dominique Pioletti von der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), Frankreich, und Wissenschaftler eines Startups der EPFL haben ein injizierbares Hydrogel entwickelt, das auf eine schnelle, lokalisierte Zunahme der Knochendichte abzielt. Das Team hat zudem kürzlich eine neuartige Therapie vorgestellt, die diese Hydrogel-Injektionen mit herkömmlichen systemischen Medikamenten kombiniert. Ihre Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift „Bone“ veröffentlicht.

Verdichtung nach wenigen Wochen

Die meisten aktuellen Osteoporosebehandlungen seien systemisch, und die wenigen verfügbaren lokalen Behandlungen bestehen aus Pasten, die zu einer Art Zement aushärten, berichten die Autoren. Das leicht injizierbare Hydrogel besteht dagegen aus Hyaluronsäure und Hydroxylapatit-Nanopartikeln und soll die natürlichen Mineralien im Knochen nachahmen, betonen sie.

Die Studienergebnisse zeigten im Details, dass eigenständige Hydrogel-Injektionen den lokalen Knochen unabhängig von der systemischen Therapie signifikant um das Zwei- bis Dreifache verdichteten. Die stärkste Wirkung wurde jedoch bei Ratten beobachtet, die eine systemische anabole Behandlung (Parathormon) sowie das Hydrogel gemischt mit dem antikatabolen Medikament Zoledronat erhielten: An der Injektionsstelle erhöhte sich ihre Knochendichte in nur 2-4 Wochen um das bis zu 4,8-fache.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass injizierbare Hydrogele mit lokalisierter antikataboler Medikamentenverabreichung eine systemische antikatabole Behandlung oder eine knochenstärkende systemische anabole Behandlung ergänzen können, indem sie die lokale Knochendichte schnell erhöhen“, fasst Pioletti zusammen.