Ovarial-/Endometriumkarzinom: ADC gegen B7-H4 vielversprechend20. April 2026 Bild: Creative Tania – stock.adobe.com Positive Daten zu einem neuartigen, gegen B7-H4 gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat präsentierte das britische Pharmaunternehmen GSK am 12. April im Rahmen einer Late-Breaking-Session auf der Jahrestagung der Society of Gynecologic Oncology (SGO) in San Juan, Puerto Rico. Demnach erzielte Mocertatug Rezetecan (kurz: Mo-Rez) in der globalen Phase-I-Studie BEHOLD-1 bestätigte objektive Ansprechraten von 62% beim platinresistenten Ovarialkarzinom (PROC) und 67% beim rezidivierten oder fortgeschrittenem Endometriumkarzinom (EC). Das vielversprechende Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil unterstützt laut GSK den Start von fünf zulassungsrelevanten Phase-III-Studien im Jahr 2026. Mo-Rez ist ein neuartiges Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) gegen das B7-H4-Antigen. Bei den höchsten untersuchten Dosen erzielte die Mo-Rez-Monotherapie bestätigte objektive Ansprechraten (cORR) von 62% (5,8 mg/kg, n=21/34; 95%-KI 44–78) PROC und 67% (4,8 mg/kg, n=8/12; 95%-KI 35–90) beim rezidivierten oder fortgeschrittenen EC.¹Wie GSK erläutert, handelt es sich bei B7-H4 um einen Immun-Checkpoint, der von Ovarial- und Endometriumkarzinomen weithin exprimiert wird und in normalem Gewebe nur in geringen Mengen vorkommt. Ansprechraten höher als üblicherweise beobachtet Prof. Ana Oaknin, Studienleiterin der BEHOLD-1-Studie in der Abteilung für Medizinische Onkologie des Universitätsklinikums Puerta de Hierro-Majadahonda in Madrid, Spanien, erklärte: „In der Phase-I-Studie BEHOLD-1 konnten wir bei diesem Patientinnen-Kollektiv eine signifikante Antitumoraktivität beobachten. Die Ansprechraten lagen über den üblicherweise bei ADCs in der Entwicklung beobachteten Werten, und das Sicherheitsprofil war gut handhabbar. Für Patientinnen mit PROC und rezidiviertem EC sind diese Ergebnisse besonders vielversprechend.“ Bei den höchsten in BEHOLD-1 untersuchten Dosen mussten nur wenige Patientinnen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen (TRAE) abbrechen (0% in der PROC-Gruppe und 4% in der EC-Gruppe). Häufigstes TRAE war Übelkeit (82% in der PROC-Gruppe; 75% in der EC-Gruppe). TRAEs des Grades ≥ 3 traten bei 64% der Patientinnen in der PROC-Gruppe und bei 54% in der EC-Gruppe auf und waren überwiegend hämatologischer Natur. Die Gesamtraten für interstitielle Lungenerkrankungen oder Pneumonitis seien niedrig gewesen (3%; 5/178 Patientinnen), und alle Fälle leicht bis mittelschwer verlaufen (Grad 1–2), berichtet GSK. Die Zwischenanalyse habe gezeigt, dass die mediane Ansprechdauer noch nicht erreicht war. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studie beträgt die empfohlene Dosis für die erste der Phase-III-Studien, BEHOLD-Ovarian01 und BEHOLD-Endometrial01, 5,8 mg/kg. Über das klinische Studienprogramm BEHOLD Das klinische Studienprogramm BEHOLD ist der globale Entwicklungsplan von GSK und umfasst die Monotherapiestudie BEHOLD-1 (NCT06431594) sowie die laufende Kombinationsstudie BEHOLD-2 (NCT06796907). Mo-Rez wird 2026 in 5 zulassungsrelevanten globalen Phase-III-Studien untersucht, beginnend mit PROC (BEHOLD-Ovarian01 / NCT07286266) und 2L EC (BEHOLD-Endometrial01 / NCT07286331). Weitere Phase-III-Studien werden Mo-Rez beim platinempfindlichen Ovarialkarzinom (BEHOLD-Ovarian02) sowie in der Erstlinien-Erhaltungstherapie beim Ovarialkarzinom ohne homologe Rekombinationsdefizienz (BEHOLD-Ovarian03) und beim EC mit intakter Mismatch-Reparatur (BEHOLD-Endometrial02) evaluieren. Über BEHOLD-1 Die klinische Studie BEHOLD-1 ist eine zweiteilige, unverblindete Phase-I-Studie zur Bewertung der Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der Mo-Rez-Injektion bei Patientinnen mit PROC oder fortgeschrittenem/rezidivierendem EC. In Phase Ia wurden bis zu vier Mo-Rez-Dosisstufen bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren untersucht. Die intravenöse Gabe erfolgte alle drei Wochen bis zur Progression oder dem Auftreten von Toxizität. In der Phase-Ib-Dosisexpansion wurden Patientinnen mit PROC oder Endometriumkarzinom (EC) (1–3 Vortherapien) randomisiert für drei bzw. zwei Mo-Rez-Dosisstufen. Zum Zeitpunkt des Datenabschlusses waren insgesamt 224 Patienten in die BEHOLD-1-Studie eingeschlossen; n=44 in Phase Ia (n=21 PROC, n=23 verschiedene andere solide Tumore) und n=180 in Phase Ib (n=131 PROC, n=49 EC). Primäre Endpunkte waren die Inzidenz dosislimitierender Toxizität in Phase Ia und die vom Prüfarzt gemäß RECIST 1.1 bestätigte objektive Ansprechrate (cORR) in Phase Ib. Bei der höchsten in Phase Ib untersuchten Dosis wurde zählten zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen in der PROC-Gruppe Übelkeit (86%), Neutropenie/verminderte Neutrophilenzahl (73%), Anämie (52%), Fatigue (52%) und Alopezie (52%). In der EC-Gruppe waren die häufigsten Nebenwirkungen Übelkeit (79%), Neutropenie/verminderte Neutrophilenzahl (58%), Anämie (54%), Erbrechen (46%) und Fatigue (42%). Nebenwirkungen führten bei 39% der Patientinnen mit PROC und 21% jener mit EC zu Dosisunterbrechungen sowie bei 39% der Patientinnen mit PROC und 17% derjenigen mit einem EC in der höchsten Dosis zu Dosisreduktionen. Die Studie läuft noch und befindet sich derzeit in der Dosisexpansionsphase. Über Mocertatug Rezetecan: Mo-Rez ist ein neuartiges, in der Entwicklung befindliches, gegen B7-H4 gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das auf die Optimierung von Wirksamkeit und Verträglichkeit abzielt. Es besteht aus einem vollständig humanen monoklonalen Anti-B7-H4-Antikörper, der kovalent an einen Topoisomerase-Inhibitor gebunden ist, und weist ein Wirkstoff-Antikörper-Verhältnis (DAR) von 6 auf. GSK erwarb von Hansoh Pharma die exklusiven weltweiten Rechte (mit Ausnahme von Festlandchina, Hongkong, Macau und Taiwan), um die klinische Entwicklung und Vermarktung von Mo-Rez weltweit voranzutreiben. Lesen Sie mehr zum Thema: Vaginale Östrogentherapie nicht mit einem Rezidiv des Endometriumkarzinoms assoziiert DFG fördert Kieler Forschung zur Präzisionsmedizin bei Eierstockkrebs
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