Pädiatrische Psoriasis: Sichtbarkeit und Stigmatisierung als belastendste Aspekte

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Eine im Kindesalter auftretende Psoriasis kann zu einer Stigmatisierung und verminderten Lebensqualität sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern führen.

Ziel einer aktuellen Studie war es, ein detailliertes Verständnis der Erfahrungen mit Psoriasis im Kindesalter auf Familien­ebene während des Übergangs zur Adoleszenz zu gewinnen. Die Autoren, ein internationales Psychologen-Team, wandten für die Untersuchung eine multiperspektivische interpretative phänomenologische Analyse (IPA) an. Dafür wurden 16 halbstrukturierte Interviews mit 8 Eltern-Kind-Paaren geführt und dann gemäß den IPA-Grundsätzen analysiert.

Es wurden übergeordnete Themen und Unterthemen identifiziert: „Übergang und Transaktion“ einschließlich „Verantwortungsübernahme und Selbstwirksamkeit“, „Stigmatisierung und soziale Auswirkungen“ und „Der Behandlungsweg“ sowie „Eine wirksame Behandlung finden“ und „Mit der laufenden Behandlung zurechtkommen“.

Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Behandlungsmöglichkeiten stellten für die Familien zunächst ein Problem dar. Im Jugendalter verlagerte sich der Schwerpunkt der Schwierigkeiten auf die Identität, da die Verantwortung für die Krankheitsbewältigung und das gestiegene Bewusstsein für das Körperbild zusätzliche Herausforderungen darstellten. Sowohl Eltern als auch Kinder beschrieben Sichtbarkeit und Stigmatisierung als die belastendsten Aspekte des Lebens mit Psoriasis und erlebten negative Emotionen, die im Jugendalter wieder auftraten.

Die Studie deutet darauf hin, dass Psoriasis im Kindesalter erhebliche Auswirkungen auf Kinder haben kann, insbesondere wenn sie in die Pubertät kommen. Die Ergebnisse zeigen ebenso die Belastung der Eltern durch die pädiatrische Psoriasis auf. Nach Ansicht der Autoren sind psychologische Interventionen (etwa angepasste Formen der achtsamkeitsbasierten kognitiven Verhaltenstherapie) erforderlich, um den mit Stigmatisierung einhergehenden Stress gezielt zu reduzieren. Solche Interventionen erfordern einen systemischen Fokus und unterstützen die Validierung der tatsächlichen Auswirkungen und der Angst vor Stigmatisierung. (am)