Palliativversorgung bei Herzinsuffizienz: Geringeres Risiko für erneute Hospitalisierung29. Mai 2020 Foto: © bozzybozza/Adobe Stock Eine Palliativversorgung ist für Patienten mit Herzinsuffizienz wertvoll und kann für diejenigen, die hospitalisiert werden, das Risiko für eine erneute Krankenhauseinweisung erheblich senken. Das berichten die Autoren einer neuen Studie. Sie unterstreichen, dass mit einer Palliativversorgung auch die Notwendigkeit invasiver Verfahren wie mechanischer Beatmung und Defibrillatorimplantation reduziert werde. Die Palliativversorgung konzentriere sich auf Schmerzlinderung, emotionale Unterstützung und Maximierung der Lebensqualität und schränke im Gegensatz zu Hospizdiensten die lebensverlängernde Therapie nicht ein, so die Wissenschaftler. Eine fortgesetzte aggressive medizinische Behandlung sei jedoch nicht immer angemessen, insbesondere wenn sie das grundlegendste Bedürfnis eines Patienten in den Hintergrund stelle – nämlich, aus der verbleibenden Lebenszeit das Beste herauszuholen. Mit fortschreitender Herzinsuffizienz erfahren Patienten eine hohe Symptombelastung, die sich negativ auf ihre Funktionsfähigkeit auswirkt, die Leiden verursacht und das Mortalitätsrisiko erhöht. Bis 2030 werde die Prävalenz der Herzinsuffizienz zunehmen, sehen die Forscher voraus, was dazu führen werde, dass Millionen von Erwachsenen mit dieser Krankheit leben müssen. „Selbst unter Medizinern gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wann eine Palliativversorgung angebracht ist. Es besteht die Auffassung, dass sie nur am Ende des Lebens angeboten wird, und das stimmt nicht“, sagt Dr. James L. Rudolph, Koautor der Studie und Direktor des Center of Innovation in Geriatric Services am Providence VA Medical Center sowie Professor an der Warren Alpert Medical School der Brown University und Professor für Gesundheitspolitik an der Brown University School of Public Health in Providence, Rhode Island(USA). „Eine Palliativversorgung, die bei Herzinsuffizienz die Behandlungspläne ergänzt, insbesondere bei Hospitalisierung eines Patienten, kann große Auswirkungen auf den Patienten und das gesamte Gesundheitssystem haben.“ Anhand von Daten aus dem externen Peer-Review-Programm der Veterans Affairs (VA) identifizierten die Forscher mehr als 57.000 Patienten, die zwischen 2010 und 2015 wegen Herzinsuffizienz in eines der 124 VA-Behandlungszentren eingeliefert worden waren. Davon erhielten etwa 1400 Patienten eine Palliativversorgung sowohl vor als auch während des Krankenhausaufenthaltes wegen Herzinsuffizienz. Den Patienten wurde eine gleiche Anzahl von Patienten als Kontrollgruppe gegenübergestellt, die ihnen hinsichtlich Alter, Geschlecht und Erkrankungen ähnlich waren. Die Forscher untersuchten, wie oft innerhalb von sechs Monaten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus Patienten wieder aufgenommen wurden, auf die Intensivstation gingen und Verfahren wie mechanische Beatmung erhielten oder Herzschrittmacher und Defibrillator implantiert bekamen. Die Forscher stellten fest, dass die Palliativversorgung die Raten mehrfacher Rehospitalisierungen senkte. Insgesamt wurden 31% der Patienten in der Palliativgruppe wiederholt erneut hospitalisiert, verglichen mit 40 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe. Die Raten für mechanische Beatmung und Defibrillatorimplantation waren in der Palliativgruppe signifikant niedriger (2,8% vs, 5,4% bzw. 2,1% vs. 3,6%). Bereinigt um Krankenhausunterschiede im ganzen Land reduzierte die Palliativversorgung die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Hospitalisierung oder mechanischen Beatmung um etwa 25 Prozent. „Eine Palliativversorgung kann zusammen mit einer aggressiven Behandlung bei Herzinsuffizienz angeboten werden. In unserer Studie erhielten Palliativ-Patienten immer noch Defibrillatoren, gingen auf die Intensivstation und wurden mechanisch beatmet“, sagt Rudolph. „Der Team-basierte Ansatz zur Palliativversorgung scheint es Patienten zu ermöglichen, schwierige Entscheidungen über lebensbeschränkende Erkrankungen wie eine Herzinsuffizienz zu treffen.“ Die Haupteinschränkung dieser Studie besteht darin, dass Patienten, die Palliativversorgung erhielten, etwas älter und kranker waren als diejenigen in der Kontrollgruppe. Darüber gab es zwischen den VA-Standorten Unterschiede bezüglich fehlender Daten in elektronischen Patientenakten. (ac)
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