Pandemie-Folgen: Tausende Teenager mit Angststörungen und Panikattacken19. Januar 2026 Portrait of pensive Caucasian teenage girl Auch mehrere Jahre nach Ende der Corona-Pandemie prägt diese Zeit noch Tausende Teenager in Baden-Württemberg in Form psychischer Erkrankungen. Nach einer neuen Studie der Krankenkasse DAK waren im Jahr 2024 rund 61 von 1000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren wegen solcher Probleme in Behandlung. Hochgerechnet betrifft das landesweit etwa 9500 junge Frauen – ein Anstieg um 55 Prozent seit 2019, wie es im DAK-Kinder- und Jugendreport weiter heißt. Und bei vielen von ihnen ist das Problem mehr als nur eine Eintagsfliege: Die Zahl chronischer Fälle, die laut DAK jedes Quartal therapiert werden müssen, hat sich mehr als verdoppelt – von sechs auf 14 pro 1000 Mädchen, also um 143 Prozent. Auch Depressionen und Ess-Störungen Die Studie der DAK-Gesundheit, basierend auf Daten von 86.800 Kindern und Jugendlichen, nimmt vor allem die Situation von Mädchen in den Blick. Zusätzlich zu Angststörungen bewegen sich auch Depressionen und Ess-Störungen auf einem hohen Niveau. Bei Depressionen stiegen die Behandlungszahlen seit 2019 um 35 Prozent, bei Ess-Störungen um 43 Prozent. Seit 2021 verharren beide Erkrankungen auf einem Plateau. Landesweit litten 2024 hochgerechnet rund 10.000 Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren an Depressionen und etwa 3000 an Essstörungen. Häufig treten Probleme zusammen auf: Die Fälle mit Angst und Depression gleichzeitig haben sich verdoppelt. „Erbe der Pandemie“ Der Report zeige, wie hartnäckig die psychischen Folgen der Pandemie bei jungen Menschen in Baden-Württemberg geblieben seien, sagte DAK-Landeschef Siegfried Euerle. Der Leiter des Stuttgarter Klinikums, Jan Steffen Jürgensen, spricht von einem „Erbe der Pandemie“. Isolation, Schulschließungen und mehr Zeit in sozialen Medien hätte die Ängste vieler Mädchen verstärkt. „Hier sind Mädchen vulnerabler als Jungen“, sagte Jürgensen. „Sie sehen Körperbilder, Glücks- und Zufriedenheitsideale, die kaum erfüllt werden können. Das erhöht das Stresslevel und kann die Ausprägung psychischer Erkrankungen vertiefen.“ Passend dazu: Laut DAK-Studie häufen sich bei jugendlichen Mädchen besonders soziale Phobien und Panikattacken. Erkenntnisse aus Millionen von Daten Für die Analyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports wurden laut Krankenkasse Abrechnungsdaten von rund 86.800 bei der DAK versicherten Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren wissenschaftlich untersucht. Der Report umfasst 4,6 Millionen Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Medikamentenverordnungen von 2019 bis 2024.
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