Pandemie wirkt nach: Fitness von Heranwachsenden bleibt eingeschränkt11. Dezember 2025 Seit der Corona-Pandemie sind Kinder und Jugendliche weniger fit als früher. (Foto: © yuriygolub – stock.adobe.com) Die COVID-19-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der körperlichen Fitness bei Kindern und Jugendlichen in Europa geführt. Eine Erholung von diesem Einbruch hat bislang nicht stattgefunden, wie Daten aus 17 europäischen Ländern nahelegen. In einer Metaanalyse haben Forschende des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) Daten aus 32 Studien mit mehr als 270.000 Teilnehmenden aus 17 europäischen Ländern ausgewertet. Insgesamt flossen mehr als1,5 Millionen Fitnessmessungen in die Analyse ein. Den Forschenden zufolge handelt es damit sich um die bislang umfassendste Auswertung pandemiebedingter Veränderungen der körperlichen Leistungsfähigkeit bei jungen Menschen in Europa. Die Analyse zeigt, dass durch die Corona-Pandemie die kardiorespiratorische Fitness vor allem bei Kindern und Jugendlichen stark zurückgegangen ist. Dabei sanken vor allem Ausdauer und Schnelligkeit. Während sich die Schnelligkeit nach der Öffnung von Schulen und Sportstätten rasch normalisierte, hat sich die Ausdauerfitness bis heute jedoch nicht vollständig erholt. Strengere Schutzmaßnahmen, weniger Fitness „Vom Rückgang der Ausdauer waren in erster Linie Mädchen aller Altersklassen sowie Jugendliche beider Geschlechter im Alter von 13 bis 19 Jahren betroffen“, erklärt Mitautorin Dr. Helena Ludwig-Walz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BiB. Im Gegensatz dazu blieb die muskuläre Fitness weitgehend stabil. Länder mit strengeren Corona-Schutzmaßnahmen verzeichneten stärkere Rückgänge in der kardiorespiratorischen Fitness während der Pandemie. Körperliche Fitness zählt zu den wichtigsten Indikatoren für die aktuelle und zukünftige Gesundheit von Heranwachsenden. „Kindheit und Jugend sind entscheidende Lebensphasen, in denen sich gesundheitliche Verhaltensweisen und Chancen für das gesamte Leben prägen“, betont Prof. Martin Bujard, Leiter des Forschungsbereichs Familie und Fertilität am BiB. Die weiterhin bestehenden Rückstände in der Ausdauerleistung könnten langfristig zu einer höheren Krankheitslast beitragen und bestehende gesundheitliche Ungleichheiten weiter verstärken. Vor diesem Hintergrund betont die Studie die Dringlichkeit gezielter Maßnahmen zur Förderung von Bewegung und Fitness, beispielsweise durch Politik, Schule, Sportvereine und Eltern. Angesichts steigender psychischer Belastungen von Kindern und Jugendlichen, der Zunahme von starkem Übergewicht und wachsender Bildschirmzeiten sollte körperliche Fitness stärker als zentrale gesundheitspolitische Aufgabe verstanden werden, so Ludwig-Walz: „Besonders schulische Angebote und Sportvereine vor Ort bieten nachweislich wirksame Möglichkeiten, regelmäßige Bewegung wieder stärker im Alltag zu verankern.“
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