Paracetamol und Ibuprofen sind sicher im ersten Lebensjahr

Neue Studienergebnisse bestätigen die Sicherheit von Paracetamol und Ibuprofen für Kinder im ersten Lebensjahr. (Symbolfoto: ©cherryandbees/stock.adobe.com)

Eine neue Studie bestätigt die Sicherheit der gängigen Schmerzmittel Paracetamol und Ibuprofen im ersten Lebensjahr. Entgegen bisheriger Annahmen entdeckte sie keinen Zusammenhang mit Ekzemen oder Bronchiolitis.

Zwar gehören Paracetamol und Ibuprofen zu den Standardmedikamenten zur Behandlung von Fieber und Schmerzen bei Babys und Kleinkindern. Ihre Sicherheit hinsichtlich der Entwicklung von Ekzemen und Bronchiolitis war bislang allerdings unklar. Nun gibt eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift „The Lancet Child & Adolescent Health“ Entwarnung. Sie fand keinen derartigen Zusammenhang und bestätigte die Sicherheit beider Präparate. Es handelt sich um die erste randomisierte kontrollierte Studie, die diese Fragestellung untersucht.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass Paracetamol und Ibuprofen für Kleinkinder äußerst sicher sind“, resümiert der neuseeländische Studienleiter Prof. Stuart Dalziel. Er ist Inhaber des Cure Kids Lehrstuhls für Kindergesundheitsforschung an der Waipapa Taumata Rau der Universität Auckland und Kinderarzt am Starship Children’s Hospital. „Diese Ergebnisse bestärken Eltern und medizinisches Fachpersonal in ihrer Entscheidung, diese wichtigen Medikamente weiterhin einzusetzen.“

Paracetamol versus Ibuprofen im ersten Lebensjahr

Die Hälfte der Kinder wurde per Zufallsprinzip einer Gruppe zugeteilt, deren Eltern Paracetamol, die andere Hälfte Ibuprofen verabreichten, wenn die Säuglinge im ersten Lebensjahr Medikamente gegen Fieber oder Schmerzen benötigten. Die Forscher befragten die Eltern regelmäßig, ob ihre Kinder Symptome von Ekzemen, Asthma oder Bronchiolitis aufwiesen. Sie überprüften außerdem Verschreibungen und Krankenhausakten.

Die Ergebnisse des ersten Studienjahres wurden nun analysiert und veröffentlicht. Etwa 16 Prozent der Säuglinge, die Paracetamol erhielten, und 15 Prozent derjenigen, die Ibuprofen erhielten, entwickelten ein Ekzem. Bronchiolitis trat bei etwa fünf Prozent der Säuglinge in beiden Gruppen auf. Diese Unterschiede waren statistisch nicht signifikant. Schwere Nebenwirkungen waren selten und wurden nicht durch die Medikamente verursacht.

Weitere Ergebnisse der Langzeitstudie folgen

Die Veröffentlichung ist Teil eines größeren Projekts mit dem Titel „Paracetamol und Ibuprofen in der Primärprävention von Asthma bei Kindern (PIPPA Tamariki)“. PIPPA Tamariki ist die größte jemals in Neuseeland durchgeführte Studie mit Kindern. Die Teilnehmer werden von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr begleitet. Die Forscher planen, die Ergebnisse zu denselben Kindern im Alter von drei und sechs Jahren zu veröffentlichen. Das langfristige Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob es Zusammenhänge zwischen Paracetamol und bestimmten Erkrankungen gibt, die erst im Schulalter sicher diagnostiziert werden können.

„Wir wissen, dass zwei Drittel der Kinder, die im Alter von drei Jahren pfeifende Atemgeräusche haben, bis zum sechsten Lebensjahr kein Asthma entwickeln“, sagt Dalziel. „Daher müssen wir bis zum Schulalter warten, um endgültig zu prüfen, ob Paracetamol im ersten Lebensjahr Asthma verursacht.“

Ähnlich verhält es sich mit Entwicklungsstörungen wie Autismus und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Diese lassen sich mit zunehmendem Alter der Kinder genauer diagnostizieren. Studienleiterin Dr. Eunicia Tan, Dozentin an der Universität Auckland und Notfallmedizinerin am Middlemore Hospital, erklärt: „Letztendlich wird die Studie wichtige Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Paracetamol-Einnahme und Asthma, Ekzemen, Heuschnupfen sowie Entwicklungsstörungen wie Autismus und ADHS liefern.“

(ah/BIERMANN)

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