Parasiten zeigen Umweltbelastung in Meeressäugern12. März 2026 Schweinswal in der Nordsee (Symbolbild) Foto: © greenpapillon – stock.adobe.com Parasiten haben ein schlechtes Image. Dabei könnten sie helfen, Umweltprobleme sichtbar zu machen. Eine Studie von Forschenden der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass sie wertvolle Hinweise auf Schadstoffbelastungen in den Meeren liefern können. Untersucht wurde, wie sich Spurenelemente wie Cadmium, Arsen, Blei, Zink und Eisen in Schweinswalen und ihren Parasiten anreichern. „Im Mittelpunkt unserer Untersuchung standen Schweinswale aus Nord- und Ostsee. Sie sind wichtige Indikatoren für den Zustand mariner Ökosysteme“, so Prof. Bernd Sures von der Fakultät für Biologie an der Universität Duisburg-Essen (UDE).Die dabei untersuchten Proben stammen von gestrandeten Schweinswalen, die von Mitarbeitenden des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover im Rahmen des offiziellen Gesundheitsmonitorings geborgen und obduziert wurden. Neben verschiedenen Gewebeproben der Meeressäuger analysierte das Forschungsteam auch parasitische Würmer, sogenannte Helminthen. Parasiten reichern Schadstoffe sehr effektiv an Dabei zeigte sich ein bemerkenswertes Muster. Mehrere Spurenelemente wurden in den Parasiten teilweise in deutlich höheren Konzentrationen nachgewiesen als im Gewebe ihrer Wirte.„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Parasiten Schadstoffe wie Kobalt, Cadmium und Arsen besonders effektiv anreichern können“, erklärt Michelle Musiol von der UDE. Die Studie ist Teil ihres Promotionsvorhabens. Die Anreicherungsmuster hängen dabei stark von Parasitenart und Region ab. Eine entscheidende Rolle spielen außerdem Ernährungsweise und Lebensraum der Parasiten im Körper ihres Wirts.Obwohl Parasiten Spurenelemente anreichern können, beeinflussen sie die Gesamtbelastung der Schweinswale jedoch nur gering. Die Säuger verfügen selbst über wirksame Mechanismen, um Schadstoffe zu regulieren und auszuscheiden. Erweiterung des Biomonitorings Die Studie erweitert damit etablierte Methoden des Biomonitorings, bei denen Organismen genutzt werden, um Umweltbelastungen messbar zu machen. Bisher wurden parasitenbasierte Ansätze bislang vor allem bei Fischen untersucht. Die aktuellen Ergebnisse zeigen nun jedoch, dass dieses Konzept auch bei marinen Spitzenprädatoren neue Erkenntnisse liefern kann.Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Umweltverschmutzung, Tiergesundheit und Ökosystemen und betonen das Potenzial von Parasiten als ergänzendes Instrument im Umweltmonitoring.
Mehr erfahren zu: "Zum World Veterinary Day 2026: Ein Beitrag über FSME bei Hunden" Zum World Veterinary Day 2026: Ein Beitrag über FSME bei Hunden Seit dem Jahr 2000 wird der World Veterinary Day am letzten Samstag im April gefeiert. Sein diesjähriges Leitmotiv lautet „Veterinarians: Guardians of Food and Health“, das die tragende Rolle von […]
Mehr erfahren zu: "Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche" Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche Auch die Gegenseite anhören: Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche prangert zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche das millionenfache Leid von Versuchstieren an. Gleichzeitig verweist der Verein auf den […]
Mehr erfahren zu: "Bis 2085 bedrohen Extremereignisse ein Drittel der Lebensräume von an Land lebenden Tierarten" Bis 2085 bedrohen Extremereignisse ein Drittel der Lebensräume von an Land lebenden Tierarten Etwa 36 Prozent der heutigen Lebensräume von Landtieren könnten bis 2085 mehreren unterschiedlichen Arten von klimabedingten Extremereignissen wie Hitzewellen, Bränden oder Überschwemmungen ausgesetzt sein.