Parkinson-Medikament hilft bei Depressionen mit ausgeprägter Anhedonie

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Forschende der Universität Lund und der psychiatrischen Dienste der Region Skåne (Schweden) haben eine potenzielle neue Therapie für Anhedonie identifiziert.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlicht wurde, ist ein Beispiel für „Drug Repurposing“, bei dem ein bereits zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung einer anderen Erkrankung eingesetzt wird. In dieser Studie untersuchten die Forschenden Pramipexol – ein Medikament, das bereits lange zur Behandlung von Parkinson eingesetzt wird – als Zusatztherapie bei Depressionen mit ausgeprägter Anhedonie.

„Anhedonie ist eines der am stärksten beeinträchtigenden Symptome einer Depression; herkömmliche antidepressive Therapien zeigen hier oft nur eine begrenzte Wirkung. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Pramipexol eine wichtige neue Therapieoption für diese Patientengruppe darstellen könnte“, berichtet Daniel Lindqvist, Forscher an der Universität Lund und leitender Arzt für Psychiatrie in der Region Skåne.

Gesteigerte körperliche Aktivität durch Pramipexol

Alle Studienteilnehmer litten unter ausgeprägter Anhedonie. Die Patienten erhielten über einen Zeitraum von neun Wochen entweder Pramipexol oder ein Placebo zusätzlich zu ihrer bestehenden Medikation. „Die mit Pramipexol behandelten Patienten zeigten eine deutlichere Besserung als die Placebo-Gruppe. Bei den Patienten, die sich für eine Fortsetzung der Behandlung entschieden, hielt dieser Effekt auch während einer sechsmonatigen Nachbeobachtungszeit an“, so Lindqvist.

Die Forschenden nutzten moderne bildgebende Verfahren (7-Tesla-fMRT), um die möglichen biologischen Wirkmechanismen zu untersuchen, sowie Aktivitätsmesser, um festzustellen, ob die Therapie die alltägliche Bewegung und das Aktivitätsniveau der Patienten beeinflusste. „Wir stellten fest, dass Pramipexol mit einer positiven Wirkung auf das Belohnungssystem des Gehirns sowie mit einer gesteigerten körperlichen Aktivität im Alltag einherging. Dies stützt die Theorie, dass das Medikament das Dopaminsystem beeinflusst, welches eine Schlüsselrolle bei Motivation und Belohnungsverarbeitung spielt“, erklärt Filip Ventorp, Postdoktorand an der Universität Lund und Assistenzarzt in der Region Skåne.

Gute Verträglichkeit auch im Langzeitverlauf

Die meisten Patienten hatten keine größeren Probleme mit der Behandlung, und nur wenige brachen die randomisierte kontrollierte Studie vorzeitig ab. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Schlafstörungen, Übelkeit und Schwindel; diese ließen sich jedoch meist durch eine Dosisanpassung in den Griff bekommen. Auch diejenigen, die sich entschieden, die Nachbeobachtungsphase der Studie um weitere sechs Monate zu verlängern, sprachen im Allgemeinen gut auf die Therapie an.

„Wirksamkeit und Sicherheit blieben während der Nachbeobachtungsphase über die Zeit hinweg erhalten – ein Aspekt, der insbesondere bei lang anhaltenden und therapieresistenten Depressionen von Bedeutung ist. Obwohl die meisten Studienteilnehmer das Medikament gut vertrugen, ist es wichtig, auf mögliche Nebenwirkungen wie eine beeinträchtigte Impulskontrolle und Tagesmüdigkeit zu achten“, erklärt Marie Asp, Psychiatrieforscherin an der Universität Lund und leitende Ärztin für Psychiatrie in der Region Skåne.

(lj/BIERMANN)

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