Zahnseidenutzung mit geringerem Risiko für Schlaganfall und Vorhofflimmern assoziiert28. August 2026 Symbolbild: © AkinStock/stock.adobe.com Regelmäßige Zahnseidenutzung könnte das Risiko für Schlaganfälle und Vorhofflimmern verringern. Eine große Kohortenstudie liefert neue Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frühere Studien haben gezeigt, dass Infektionen im Mundraum mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Vorhofflimmern verbunden sein können. Welche Rolle vorbeugende Maßnahmen zur Mundgesundheit wie die Verwendung von Zahnseide dabei spielen, war bislang jedoch unklar. Eine Analyse der „Atherosclerosis Risk in Communities“-Studie (ARIC) untersucht nun den Zusammenhang zwischen Zahnseidenutzung, verschiedenen Schlaganfalltypen und Vorhofflimmern. Daten aus großer Langzeitstudie ausgewertet Für die prospektive Kohortenstudie nutzten die Forschenden Daten aus der ARIC-Studie. Die Verwendung von Zahnseide wurde beim vierten Studienbesuch zwischen 1996 und 1998 mithilfe eines strukturierten Fragebogens erfasst. Die Teilnehmenden wurden bis zum Auftreten eines Schlaganfalls, zum Tod, zum Verlust der Nachbeobachtung oder bis zum 31. Dezember 2021 beobachtet. In die Analyse gingen 6.200 Personen mit eigenen Zähnen ein, die zu Studienbeginn keinen Schlaganfall erlitten hatten. 65 Prozent der Teilnehmenden (4.049 Personen) gaben an, regelmäßig Zahnseide zu verwenden. Zahnseidenutzer wiesen zu Beginn der Studie insgesamt weniger kardiovaskuläre Risikofaktoren sowie seltener Parodontitis und Zahnkaries auf. In der rohen Analyse wiesen die Teilnehmer, die Zahnseide verwendeten, außerdem niedrigere Interleukin-6-Spiegel auf, was sich jedoch durch Störfaktoren wie Alter, Body-Mass-Index und Rauchen erklären ließ. Während der medianen Nachbeobachtungszeit von 23,7 Jahren traten 434 ischämische Schlaganfälle auf. Darunter waren 146 thrombotische, 102 kardioembolische, 95 lakunäre und 91 weitere ischämische Subtypen. Effekt bei kardioembolischen Schlaganfällen besonders deutlich Personen, die keine Zahnseide verwendeten, hatten häufiger einen ischämischen Schlaganfall (8,7 vs. 6,1 Prozent) und eine höhere nicht schlaganfallbedingte Sterblichkeit (40,8 vs. 34,5 Prozent). Die Verwendung von Zahnseide war mit einem geringeren Risiko für ischämische (adjustierte Hazard Ratio [HR]: 0,77) und kardioembolische Schlaganfälle (adjustierte HR: 0,60) assoziiert. Auch das Risiko für Vorhofflimmern war bei Zahnseidenutzern geringer (HR 0,88). Die Forschenden beobachteten zudem eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je häufiger Zahnseide verwendet wurde, desto stärker war der Zusammenhang mit einem niedrigeren Risiko. Statistischen Analysen deuten darauf hin, dass etwa 6,6 Prozent des Zusammenhangs zwischen Zahnseidenutzung und Schlaganfallrisiko über eine reduzierte Rate an Vorhofflimmern vermittelt wurden. Die Ergebnisse blieben auch in weiteren statistischen Analysen stabil. Die Forschenden berücksichtigen dabei unter anderem andere Faktoren der Mundgesundheit wie regelmäßiges Zähneputzen, Zahnarztbesuche, Parodontitis und Zahnkaries. Da es sich jedoch um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich aus den Ergebnissen kein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ableiten. Weitere Untersuchungen müssen klären, ob und über welche biologischen Mechanismen die Nutzung von Zahnseide das Risiko für Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen beeinflussen könnte. (lj/BIERMANN)
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