Parkinson: Neurorehabilitation per Smartphone so wirksam wie in Präsenz4. August 2025 © olga_demina – stock.adobe.com (Symbolbild) Teleneurorehabilitation (TNR) mit konventioneller Physiotherapie, Aerobic- und Atemübungen, die per Videoanruf über ein Mobiltelefon angeleitet wird, verbessert die Krankheitswerte bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Parkinson-Krankheit (PD) signifikant. Dabei ist sie so sicher wie eine persönliche Rehabilitation. Zu diesem Schluss kommt ein Autorenteam aus Indien und Nigeria, das die Wirksamkeit und Sicherheit der TNR für PD-Patienten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen während der pandemiebedingten Lockdowns untersucht hatte. Die TELEPARK-Studie war eine randomisierte klinische Studie, die an einem einzelnen Zentrum mit einer Nachbeobachtungszeit von 12 Wochen durchgeführt wurde. Sie umfasste 63 Teilnehmer, bei denen eine idiopathische PD im Stadium 1–2,5 nach Hoehn und Yahr diagnostiziert worden war und die im Mini-Mental-Status-Test einen Score von ≥24 erzielt hatten. Diese wurden randomisiert einer Rehabilitation in Präsenz (n=28) oder via Smartphone (n=35) zugewiesen. Die Präsenzgruppe erhielt 4 Wochen lang 1-mal pro Woche und anschließend 8 Wochen lang alle 2 Wochen eine 30-minütige Physiotherapie. Die TNR-Gruppe startete am 1. Tag mit eine persönlichen Sitzung, gefolgt von betreuten Sitzungen per Videotelefonie 1-mal pro Woche während der ersten 4 Wochen und anschließend 1-mal alle 2 Wochen während 8 Wochen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 60,5 ±7,1 Jahre in der Präsenz- bzw. 62,8 ±12,5 Jahre in der TNR-Gruppe, 42,9% der Teilnehmer in der Präsenz- und 45,7% in der TNR-Gruppe waren weiblich. Der primäre Endpunkt war die mittlere Veränderung des Movement Disorder Society – Unified Parkinson’s Disease Rating Scale III(MDS-UPDRS III)-Scores nach der Intervention gegenüber Baseline. Die mittleren Veränderungen der MDS-UPDRS II und III, der Non-Motor Symptom Scale (NMSS), des Parkinson’s Disease Questionnaire-8 Summary Index (PDQ8-SI), des 6-Minuten-Gehtests und des Functional Reach Tests nach der Intervention gegenüber Baseline wurden zwischen den Gruppen mit ungepaarten t-Tests bewertet. Dabei zeigte sich, dass die mittleren MDS-UPDRS III-Werte nach der TNR signifikant niedriger waren als zu Studienbeginn (35,2 ±17,7 vs. 28,6 ±19,7; p=0,001). Zugleich unterschieden sich die durchschnittlichen Veränderungen der MDS-UPDRS-III-Werte durch die Interventionen nicht zwischen den beiden Gruppen (-6,7 ±11,1 [TNR] vs. -7,5 ±10,5 [Präsenz]; p=0,39). Auch die medianen Veränderungen der NMSS- und PDQ8-SI-Werte waren in beiden Gruppen ähnlich, woraus die Autoren schließen, dass TNR eine sichere und wirksame Möglichkeit ist, die motorischen und nichtmotorischen Symptome sowie die Lebensqualität indischer Patienten mit PD zu verbessern. (ej) Autoren: Dhamija RK et al. Korrespondenz: Rajinder K. Dhamija; [email protected]Studie: Teleneurorehabilitation and Motor and Nonmotor Symptoms and Quality of Life in Parkinson Disease – The TELEPARK Randomized Clinical TrialQuelle: JAMA Neurol 2025;82(4):376–383. Web: https://doi.org/10.1001/jamaneurol.2024.5387
Mehr erfahren zu: "COPD: Stärkere Atemwegssymptome bei Spaziergängen in Gebieten mit hoher Rußbelastung" COPD: Stärkere Atemwegssymptome bei Spaziergängen in Gebieten mit hoher Rußbelastung Körperliche Aktivität, insbesondere Spazierengehen, wird an Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) Leidenden häufig empfohlen. In Gebieten mit einer erhöhten Belastung der Luft mit Rußpartikeln ist das aber nicht sinnvoll, warnen Forschende in […]
Mehr erfahren zu: "Rund die Hälfte aller Schwerverletzten in Deutschland verunglückt im Straßenverkehr" Rund die Hälfte aller Schwerverletzten in Deutschland verunglückt im Straßenverkehr Anlässlich des Tags der Verkehrssicherheit am 20. Juni hat die DGOU auf die hohe Rate von Schwerverletzten durch Unglücke im Straßenverkehr hingewiesen. Die Fachgesellschaft unterstützt die Forderung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats […]
Mehr erfahren zu: "Zusammenhang zwischen Übergewicht bei Eltern und Kindern ist vor allem genetisch bedingt" Zusammenhang zwischen Übergewicht bei Eltern und Kindern ist vor allem genetisch bedingt Eine Studie mit 86.000 norwegischen Kindern zeigt, dass der Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht der Eltern und dem der Kinder weitgehend durch gemeinsame genetische Faktoren erklärt wird.